Der verurteilte Vergewaltiger hat Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. © Martin von Braunschweig
Vergewaltigung einer 15-Jährigen

Tat in Oberaden: Vergewaltiger legt Revision ein, das kann Folgen haben

Der Vergewaltiger einer 15-Jährigen in Oberaden will seine Verurteilung durch das Dortmunder Landgericht nicht akzeptieren und hat Revision eingelegt. Die Folgen könnten gravierend sein.

Die 36. Strafkammer des Dortmunder Landgerichts hatte den 36-Jährigen zu zehn Jahren Haft verurteilt und außerdem seine Unterbringung in einer Entziehungsklinik angeordnet. Die nachträgliche Unterbringung in der Sicherungsverwahrung hatten sich die Richter dagegen erst einmal nur vorbehalten.

Prozess dauerte ein Jahr

Der Prozess hatte fast ein ganzes Jahr gedauert. Und das, obwohl der Angeklagte nach anfänglichem Zögern dann doch recht schnell ein Geständnis abgelegt hatte. In seiner Erklärung hatte der Mann auch eingeräumt, für einen sexuellen Übergriff auf eine junge Kamenerin im Jahr 2012 verantwortlich zu sein. Diese Tat war in das Urteil mit eingeflossen.

Vor allem die Frage, ob der Angeklagte ein gefährlicher Hangtäter ist, vor dem die Allgemeinheit geschützt werden müsse, hatte weite Teile der Verhandlung bestimmt. Nachdem mehrere frühere Lebensgefährtinnen den Richtern ebenfalls von sexuellen Übergriffen innerhalb der Beziehung berichtet hatten, schien vieles auf die Verhängung der Sicherungsverwahrung hinzudeuten.

Sicherungsverwahrung fraglich

In seinem ausführlichen Gutachten legte sich Psychiater Gerold Asshoff dann aber doch nicht vollständig fest. Eine Gefährlichkeit müsse dem Angeklagten zwar in jedem Fall unterstellt werden, sagte er. Ein typischer Fall für die Sicherungsverwahrung sei der 36-Jährige jedoch nicht. „Dafür ist er mit der Aufarbeitung der Taten schon viel weiter“, so Asshoff.

Sozialtherapie stand an

Der Plan der Richter sah nun so aus: Bevor der Angeklagte in etwa anderthalb Jahren in die Alkohol-Entziehungsklinik wechselt und dort eine rund zweijährige Therapie antritt, sollte er die Zeit in Haft für eine ebenso dringend nötige Sozialtherapie nutzen.

Eine solche hatte Gutachter Asshoff als zwingende Voraussetzung dafür genannt, dass der Angeklagte irgendwann vielleicht doch nicht mehr als gefährlich eingestuft werden könnte. „Er hat ein Alkoholproblem. Aber seine eigentlichen Probleme liegen sehr viel tiefer“, sagte Asshoff im Prozess.

Revision dauert Monate

Durch die eingelegte Revision stellt sich die Sachlage nun aber vielleicht ganz anders dar. Denn die Zeit, die der Bundesgerichtshof braucht, um über den Einspruch zu entscheiden, fehlt am Ende für die Sozialtherapie.

Denn so lange ein Urteil nicht rechtskräftig ist, sitzt der Angeklagte offiziell weiter in Untersuchungshaft. Und dort werden in der Regel keine Therapien gestartet.

Bis zu einer Entscheidung über die Revision des Angeklagten werden sicherlich viele Monate vergehen. Doch noch ist das schriftliche Urteil des Dortmunder Landgerichts ja gar nicht fertiggestellt.

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