Die neue RSA-Schulleiterin Birgit Vogt nutzt während des Mathe-Unterrichts eigentlich gerne die altmodische grüne Tafel. © Julian Preuß
Schule

Ungewöhnlicher Einstieg für neue Schulleiterin an Realschule Altlünen

Seit dem 1. April leitet Birgit Vogt (59) die Realschule Altlünen. Bei ihrem Amtsantritt fehlte ein Großteil der Schülerinnen und Schüler. Sie freut sich auf mehr Leben, Lachen und Drama.

Als Birgit Vogt ihre Stelle als neue Schulleiterin der Realschule Altlünen in Lünen antrat, herrschte nur wenig Betrieb. Im April befanden sich viele der Jugendlichen Zuhause und verfolgten den Online-Unterricht am Computer. Nur die Jahrgangsstufe zehn durfte als Abschlussjahrgang in den Klassenräumen lernen. Dementsprechend kurz fiel der Rundgang von Vogt aus. „Wenigstens bei diesen Schülerinnen und Schülern konnte ich mich persönlich vorstellen“, erinnert sich die 59-Jährige, die seit dem 1. April die Schule leitet.

Mathe-Unterricht in Klasse sechs und acht

Seit ihrem Amtsantritt unterrichtet Vogt eine sechste und eine achte Klasse in Mathemathik – zuerst nur virtuell. „Für die Kinder und Jugendlichen gestaltete es sich schwierig, sich an eine neue Lehrerin zu gewöhnen. Die Interaktion war eingeschränkt“, sagt Vogt über den ungewöhnlichen Start. Mitten im Schuljahr ist sie nach Lünen gewechselt. Zuvor war sie an Realschulen in Witten und Gevelsberg als Konrektorin tätig.

Als Leiterin der Realschule Altlünen folgt sie auf Hermann-Josef Wittmann, der Mitte 2019 in den Ruhestand gegangen war. Seitdem wurde die Realschule Altlünen kommissarisch von Konrektorin Claudia Fellowes geleitet. Vogt möchte die Zukunft der Schule prägen. „Die Schulentwicklung steht im Hinblick auf das neue und moderne Schulgebäude im Vordergrund meiner Tätigkeit“, sagt sie.

Nun, fast zwei Monate nach Amtsantritt, kehrt der normale Schulalltag langsam an die Realschule zurück. Ab dem 31. Mai dürfen wieder alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig am Präsenzunterricht teilnehmen. „Ich liebe es, wenn auf den Gängen wieder Leben herrscht, gelacht wird oder ab und an auch Drama herrscht“, sagt die neue Schulleiterin.

Für die gebürtige Dortmunderin ist Lünen mit den lokalen Kulturangeboten keine fremde Stadt. „Ich habe bereits mehrmals das Theater besucht oder habe mir dort einen Film im Kino angesehen“, erklärt Vogt, die neben Mathe auch Sport, Erdkunde und evangelische Religion unterrichtet.

Sportstudium führt von Leichtathletik zum Lehrberuf

Inzwischen liege der Fokus auf der Mathematik. „Als Sportlehrerin habe ich früher beispielsweise gerne Turnübungen vorgemacht. Das geht mit zunehmendem Alter nicht mehr so gut“, meint Vogt mit einem Lächeln. Dabei ist der Sport einer der Hauptgründe, warum sie sich für ein Berufsleben als Lehrerin entschieden hat.

„Ich war Leistungssportlerin und habe Leichtathletik ausgeübt. Deshalb kam ich dazu, Sport zu studieren“, erinnert sich die 59-Jährige. Danach habe sie sich für ein Sportstudium auf Lehramt und gegen das Diplom entschieden. „So bin ich mehr oder weniger zufällig Lehrerin geworden.“

Aus ihrer Leidenschaft für den Sport macht Vogt kein Geheimnis. „Wenn der BVB deutscher Meister werden sollte, hänge ich in meinem Büro sicherlich das ein oder andere schwarz-gelbe Accessoire auf.“ Als gebürtige Dortmunderin liegt die Verbindung zu Borussia Dortmund nahe.

„Ich liebe meinen Beruf“

Angezweifelt habe sie ihre Berufswahl übrigens nie. „Ich liebe meinen Beruf, stehe gerne vor der Klasse und unterrichte sie“, sagt Vogt. Viel genutzt habe sie dabei die mittlerweile etwas veraltete grüne Tafel. Ein Vorteil: „Man konnte daran beispielsweise genauer geometrische Figuren anzeichnen.“ Das sei auf Tablet-PCs schwieriger.

Dennoch nimmt die neue Schulleiterin die Möglichkeiten der Digitalisierung an. Für sie sei es während der Corona-Pandemie keine große Umstellung gewesen, sich auf den Online-Unterricht einzustellen. „Da muss man flexibel sein und sich in kleinen Schritten anpassen. Dieses Vorgehen versuchen wir ebenfalls unseren Schülerinnen und Schülern zu vermitteln.“

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