Die Fassade des früheren Gebäudes aus Zechen-Zeiten bleibt bestehen, dahinter wird neu gebaut. Der Wohnungsbau ist im Zeitplan. © Goldstein
Bauverein-Projekt

Wohnungen an der Preußenstraße in Lünen: Mehr Bewerber als Wohnungen

Barrierefreie Wohnungen sind offenbar in Lünen gefragt. Denn für die 79 neuen Wohnungen, die der Bauverein gerade an der Preußenstraße baut, gibt es schon sehr viele Bewerber.

Über mangelndes Interesse an den neuen Wohnungen, die derzeit an der Preußenstraße in Horstmar entstehen, kann sich der Bauverein nicht beklagen. Im Gegenteil. Für die insgesamt 79 Wohneinheiten gibt es bereits gut 300 Bewerber, fast vier mal so viele wie Wohnungen.

Erste Mieter sollen im Sommer 2022 einziehen

„Wir sind sehr gut im Zeitplan“, sagt Andreas Zaremba, Vorsitzender der Bauvereins-Geschäftsführung. Das bedeutet, dass die ersten Mieter im Sommer 2022 einziehen können, die letzten Einzüge sollen dann im ersten Quartal 2023 erfolgen. Dann werden auch, so Carsten Unterberg, in der Geschäftsführung für den technischen Bereich zuständig, die Restarbeiten erfolgen, beispielsweise die Gestaltung des Außenbereichs.

Wer an der Baustelle an der Preußenstraße vorbei kommt, sieht natürlich noch die alte Fassade der inzwischen abgerissenen Bergwerks-Gebäude, die dort lange Jahrzehnte standen. Die Fassade bleibt als schmückendes Teil des neuen Wohnungsbau-Projekts erhalten.

Die Mehrfamilienhäuser sind bereits im Rohbau. Acht der 79 Wohneinheiten werden Eigentumswohnungen in einem Objekt. Zaremba: „Diese Eigentumswohnungen sind schon so gut wie alle weg.“ Aber auch bei den 71 Mietwohnungen, die zum Teil frei finanziert, zum Teil aber auch öffentlich gefördert werden, braucht sich die Bauvereins-Geschäftsführung keine Gedanken zu machen. Auch für sie gibt es schon mehr als ausreichend Interessenten.

Das sei kein Wunder, so Zaremba und Unterberg. Schließlich befinden sich die Häuser direkt neben der neuen Mitte von Horstmar, in unmittelbarer Nachbarschaft zu vielen Einkaufsmöglichkeiten. Unterberg: „Man braucht eigentlich kein Auto, auch wenn wir natürlich entsprechend viele Stellplätze und Garagen eingeplant haben.“

Ältere Leute verkaufen Haus und wollen lieber Wohnung

Alle Wohnungen werden barrierefrei ausgestattet – die Häuser haben Aufzüge, die Wohnungen bodengleiche Duschen und entsprechend breite Türen, damit auch Rollstuhl- und Rollator-Nutzer problemlos dort wohnen können. Zaremba: „Wir haben festgestellt, dass es immer öfter ältere Leute gibt, die ihr bisheriges Eigenheim verkaufen und lieber in eine kleinere Wohnung ziehen wollen. Umgekehrt werden deren Häuser dann wieder frei für junge Familien, die sich ein Haus mit Garten wünschen.“

Neben den Wohnhäusern wird auch ein Gewerbeobjekt entstehen, bei dem das Thema Medizin im Mittelpunkt steht. Unterberg: „Im Rondell neben der alten Fassade wird das Gebäude errichtet, in das eine Apotheke, eine Doppel-Arztpraxis, eine Physiotherapie, einen Zahnarztpraxis und eine Wohngemeinschaft für Senioren einziehen werden.“ Dieses Angebot ergänze das vorhandene Portfolio im Umfeld und runde „das ganze Areal ab“.

Bestands-Immobilien auch klimaneutral bis 2045

Wichtig sei, dass die ganzen Gebäude klimaneutral beheizt werden. Unterberg: „Der Bauverein will bis 2045 klimaneutral werden.“ Deshalb werden alle Neubauten entsprechend geplant und in den nächsten 24 Jahren soll auch die große Menge an Bestands-Immobilien umgerüstet werden. Zaremba: „Das ist schon ein sportliches Ziel bei dem großen Bestand an Wohnungen.“ Derzeit sei man bei einem Objekt in Brambauer dabei, es kilmaneutral umzurüsten, Das Objekt stammt aus den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts.

Die Wohnungen und die Gewerbeflächen werden mit Fußbodenheizung auf Niedertemperaturbasis ausgestattet. Dafür werde man grünen Strom einkaufen. Unterberg: „Langfristig wird das für die Mieter und Eigentümer preiswerter.“ Denn fossile Energieträger werden in den kommenden Jahren aufgrund der CO2-Besteuerung immer teurer.

Zur Klimaneutralität gehört aber auch, dass beispielsweise die Ressource Regenwasser genutzt und nicht im Kanal ungenutzt entsorgt wird.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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