14-Jähriger vergewaltigt: Mann muss über drei Jahre ins Gefängnis

mlzUrteil am Amtsgericht

Ein Mann aus Nettetal hatte dem Jungen aus Lünen erst Geld angeboten - später verging er sich an dem 14-Jährigen. DNA-Spuren überführten ihn später, am Freitag (1.) stand er vor dem Amtsgericht.

von Heinrich Höckmann

Brambauer

, 03.02.2019, 08:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Schuldspruch fiel deutlich aus. Wegen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall muss ein 46-jähriger Nettetaler für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

Der Fall liegt schon fast fünf Jahre zurück. Damals hatte sich der Angeklagte in Brambauer das Vertrauen eines 14-jährigen Jungen erschlichen. Bot ihm 10 Euro für die Hilfe beim Kauf von Zigaretten und Bier an. Ein ruhiges Plätzchen zeigte der Kleine ihm auch noch bereitwillig. Hier verging er sich dann an dem Jungen.

Das Opfer leidet noch heute

Der mittlerweile 19-Jährige leidet noch heute unter dem Erlebten. Bei seiner Aussage vor Gericht war er sichtlich nervös. Nichts sei mehr wie früher. Nur mit Mühe habe er den Hauptschulabschluss geschafft. Könne sich kaum konzentrieren, sagte er. Er hatte sich damals Freunden anvertraut. Doch die beleidigten ihn nur.

Der Angeklagte sagte zu den Vorwürfen nichts. Er kam 2013 nach Deutschland und erhielt als Kurde politisches Asyl. Er hatte zuvor acht Jahre in türkischen Gefängnissen zugebracht. Daraus resultierte eine posttraumatische Belastungsstörung mit Depressionen.

Keine verminderte Schuldfähigkeit

Der vom Gericht bestellte Gutachter attestierte ihm trotzdem die volle Schuldfähigkeit. Das planvolle Vorgehen, ein Opfer zu suchen, das Vertrauen zu erschleichen und zum Tatort zu führen, das schließe eine verminderte Schuldfähigkeit aus.

DNA-Spuren in Mönchengladbach hatten die Ermittler Jahre nach der Tat zu dem Mann aus Nettetal geführt. Sie stimmten mit denen in Brambauer überein.

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