180.000 Tonnen im Jahr: Hausmüll aus dem Kreis wird bald in Lünen sortiert

mlzGWA will bauen

Die GWA kümmert sich kreisweit um Teile der Abfallentsorgung. Eine neue Anlage zur Sortierung soll nun in Lünen entstehen. Die Politik macht sich vor allem über eine Sache Gedanken.

Lünen

, 21.10.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Grunde hatten die Ratsmitglieder bei der letzten Ratssitzung der Legislaturperiode (8. Oktober) nur einen Kritikpunkt an den Planungen: der Verkehr. Die Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna (GWA) will eine sogenannte Wertstoffaufbereitungsanlage auf dem Gelände des Remondis-Lippewerks bauen und damit Ersatz für die 2018 abgebrannte Anlage in Bönen schaffen. Wertstoffe und Abfälle müssen aber auch erstmal nach Lünen gebracht werden.

Maximal 120 Lkw in der Anfahrt pro Tag, 55 in der Abfahrt habe die GWA angegeben, berichtete Beigeordneter Arnold Reeker dem Plenum. „Das ist ein Riesen-Problem“, sagte dazu Johannes Hofnagel (GFL). „Diese Menge überlastet das System nicht“, entgegnete Reeker, „aber es besteht schon ein Wettbewerb um die Verkehrskontingente.“ Zur Einordnung: Laut Stadtsprecher Spangardt wurden auf der Moltkestraße in der Spitze bis zu 1200 Fahrzeuge pro Stunde gemessen, täglich sind dort zur Zeit schon 11.000 Fahrzeuge unterwegs. Die Stadt sei in diesem Verfahren nicht Genehmigungsbehörde, das sei die Bezirksregierung, sagte Reeker im Rat. Im nächsten Fachausschuss soll das Thema noch einmal besprochen werden.

180.000 Tonnen Müll pro Jahr

Rund 180.000 Tonnen pro Jahr an Hausmüll, Gewerbeabfall, Sperrmüll und „produktionsspezifischen Abfällen“ sollen dort verarbeitet werden, teilt die GWA mit. Die Bürger können die Anlage allerdings nicht selbst anfahren. Konkret wird es zum Beispiel so aussehen, schildert Andreas Hellmich, Pressesprecher der GWA: Der Hausmüll wird bei den Bürgern - im gesamten Kreis Unna - abgeholt, in Umladeanlagen gesammelt und zur neuen Anlage gebracht. Dort wird er sortiert in Wertstoffe, die noch weiter genutzt werden können - und den Rest, der schließlich in eine Müllverbrennungsanlage gebracht wird. Genau so sei es bisher auch in Bönen geschehen.

Mehr als ein Viertel Wertstoffe im Restmüll

„Diese Trennung ist auch ein wichtiger ökologischer Faktor“, sagt Hellmich. Eine Studie des Umweltministeriums habe erst kürzlich gezeigt, wie viele Wertstoffe, etwa Metall, noch im Hausmüll landen und dann mit verbrannt werden. Es waren rund 27,6 Prozent des Gewichts, darunter waren Altpapier, Altglas, Textilien, Holz und Metalle. Das neue Verfahren spare nicht nur C02, es sei am Ende auch „kostenstabilisierend“ für die Bürger, sagt Hellmich.

Das Ganze soll in drei neu zu bauenden Hallen geschehen. Die Stoffe sollen dort sortiert, verkleinert, gesiebt und getrennt werden. Dabei entstehen laut GWA Ersatzbrennstoffe, Holzfraktionen, Metalle und Sortierreste. Läuft alles wie geplant, könne die Anlage im zweiten Quartal 2022 an den Start gehen.

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