20-Jähriger wurde mit Drogen erwischt

Therapie abgebrochen

Dieses Mal ließ der Richter keine Gnade walten, der Angeklagten wurde am Dienstag zu neun Monaten Haft verurteilt. Die Haft kann aufgeschoben werden, falls der Angeklagte einen Therapieplatz nachweisen kann.

LÜNEN

von Von Heinrich Höckmann

, 19.04.2011, 18:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

In der Verhandlung ging es weniger um die ihm zur Last gelegte Tat, sondern darum, wie man die kriminelle Karriere des jungen Mann beenden könnte. Die Bewährungshelferin zeichnete eine düstere Prognose. In der der Psychiatrie habe man eine Psychose diagnostiziert und ihm eingeschränkte kognitive Fähigkeiten attestiert. Man habe alles unternommen ihn in einer Therapiemaßnahme unterzubringen. Doch er habe die Klinik auf eigenen Wunsch verlassen. Zu mühsam erschien ihm wohl ein mehrmonatiger Aufenthalt in einer Therapieeinrichtung.

Zwar sei das Verhältnis zu den Eltern problematisch, trotzdem finanzierten die ihm eine eigene Wohnung. Doch ohne diese Hilfe hätte ihm die Obdachlosigkeit gedroht. So plädierte die Bewährungshelferin für eine Haftstrafe. Die Staatsanwältin schloss sich dieser Meinung in ihrem Plädoyer an. Das Gericht folgte dieser Empfehlung, nicht jedoch ohne ihm eine kleine Hintertür aufzuzeigen. Therapie statt Strafe. Die neunmonatige Haft kann aufgeschoben werden, falls der Angeklagte einen Therapieplatz nachweisen kann.

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