Ab Montag dürfen die Fahrschulen in Dortmund voraussichtlich wieder ihre Türen öffnen. Abzuwarten bleibt unter welchen Bedingungen. © picture alliance / Roland Weihrauch/dpa
Meinung

21-jähriger Lüner als Fahrlehrer? Regierung muss Alter wieder anheben

Durch das Herabsenken des Mindestalters für Fahrlehrer auf 21 Jahre riskiert der Gesetzgeber das Leben der Fahrschüler und muss deshalb das Alter wieder anheben, meint unser Autor.

Nachdem ich Anfang 2015 meinen Führerschein bestanden hatte, sagte mein Fahrlehrer zu mir: „Erst nach 100.000 gefahrenen Kilometern hat man einen Großteil der Situationen erlebt, die einem im Straßenverkehr begegnen können.“ Aber selbst dann noch nicht alle. Daher graut es mir bei dem Gedanken, dass der Gesetzgeber einen 21-jährigen Lüner als Fahrlehrer zulässt.

21 Jahre und mindestens drei Jahre Führerschein: Das sind die Voraussetzungen, um die zwölfmonatige Fahrlehrerausbildung zu absolvieren. Um dem Fahrlehrermangel vorzubeugen, heißt es. Das ist gefährlich. Der Gesetzgeber stellt die Zahl der Fahrlehrer über die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler.

Gute Ausbildung ersetzt Erfahrung nicht

Mit 21 Jahren kann man in der Theorie sowie pädagogisch top ausgebildet sein und einige Kilometer im Auto zurückgelegt haben. Fahrerfahrung sieht für mich anders aus. Da reicht es nicht, wenn ein zusätzlicher Fahrlehrer auf der Rückbank sitzt. Eingreifen kann er in Gefahrensituationen nicht.

Sowas kann man auf dem Verkehrsübungsplatz simulieren, aber nicht mit dem Straßenverkehr vergleichen. Nur ein erfahrener Fahrlehrer berichtet kompetent, wie man sich z.B. bei einem Reifenplatzer auf der Autobahn verhalten sollte. Schon drei Jahre mehr im Straßenverkehr reichen aus, um mehr zu erleben. Deshalb muss das Mindestalter wieder auf 24 Jahre angehoben werden. Zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

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