45-jähriger Lüner soll Mitglied einer Trickbetrüger-Bande sein

Durchsuchung und Festnahme

Seit Jahren wird mit Schwerpunkt in Baden-Württemberg gegen eine Bande von Trickbetrügern ermittelt. Zwei Männer sind bereits verurteilt, ein dritter wurde jetzt festgenommen - in Lünen.

Lünen

, 03.05.2019, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Masche der Trickbetrüger (Symbolbild): Sie gaben sich am Telefon als Polizisten aus.

Die Masche der Trickbetrüger (Symbolbild): Sie gaben sich am Telefon als Polizisten aus. © picture alliance / dpa

Wie das Polizeipräsidium Reutlingen mittelte, durchsuchten am vergangenen Dienstag (30. April) Ermittler aus Esslingen und Dortmund die Wohnung des Lüners und nahmen den 45-Jährigen fest. Noch am selben Tag setzte der zuständige Haftrichter am Amtsgericht Dortmund einen bereits vorliegenden Haftbefehl des Amtsgerichts Stuttgart in Vollzug. Heißt: Der Verdächtige sitzt im Gefängnis.

Er soll zu einer Bande von Telefonbetrügern gehören. Deren Masche: Sie rufen vorwiegend ältere Leute an, geben sich am Telefon als Polizisten aus und gaukeln ihren Opfern vor, sie seien von Kriminellen bedroht und müssten ihr Geld in Sicherheit bringen - bei den vermeintlichen Polizisten. Ein „besonders perfides Deliktfeld“ nennt es Martin Raff, Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen.

Ermittlungen seit Mai 2017

Die Ermittlungen gehen auf einen Fall vom 18. Mai 2017 in Nürtingen zurück. Die Täter brachten eine 80-jährige Frau dazu, „eine erhebliche Bargeldsumme abzuheben und zu übergeben“. Für die Ermittler ergab sich das Bild einer überregional tätigen Bande. Im Juli 2018 wurde ein damals 36-jähriger Mann in Ludwigsburg gefasst, im Dezember 2018 ein 32-jähriger Mann in Dortmund. Der 36-Jährige sei inzwischen zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, berichtete Polizeisprecher Raff. Gegen den 32-Jährigen erging laut Raff ebenfalls ein Urteil, das aber noch nicht rechtskräftig sei: 21 Monate Haft ohne Bewährung.

Bei allen drei Männern handelt es sich um türkische Staatsbürger. Nach der Festnahme des 32-Jährigen in Dortmund teilte die Polizei mit, er habe Kontakt zu „Hintermännern in der Türkei“ gehalten. Der nun festgenommene Lüner habe in der Bande als „Logistiker“ fungiert und die Geldabholer rekrutiert.

Verbindung zu Fall in Lünen?

Die Ermittlungen zu weiteren Taten und möglichen weiteren Mittätern dauern nach Mitteilung des Polizeipräsidiums Reutlingen an. Erst Anfang April wurde in Lünen eine 85-jährige Frau um ihr Erspartes gebracht. Sie war mehrere Tage lang von den Tätern am Telefon bedrängt worden.

Ob der nunmehr festgenommene Lüner in diesen Fall verwickelt ist, konnte die Dortmunder Polizei am Freitag (3. Mai) auf Anfrage nicht sagen. Der zuständige Sachbearbeiter sei nicht zu erreichen gewesen, so eine Sprecherin.

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