66 Grabelandpächtern gekündigt: Auf Gelände sind Eigenheime für junge Familien geplant

mlzWohnen in Lünen

Noch eine Pflanzsaison: Dann müssen 66 Grabelandpächter an der Grenzstraße ihre Parzellen räumen. Eigentümer Harpen hat ihnen zum 30. September 2020 gekündigt. Dort soll gebaut werden.

Lünen

, 28.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieses Schreiben wird für 66 Pächter von Grabeland an der Grenzstraße keine frohe Botschaft gewesen sein. Die Harpen Immobilien GmbH hat ihnen den Vertrag gekündigt. Nach der Ernte Ende September kommenden Jahres müssen sie ihre Gartenhütten abbauen. Die Parzellen, ein Stück naturbelassener Freiraum, sollen anders genutzt werden.

66 Grabelandpächtern gekündigt: Auf Gelände sind Eigenheime für junge Familien geplant

Ein Blick auf die Grabelandparzellen an der Grenzstraße. © Goldstein

Das Unternehmen Harpen hat das rund 1,8 Hektar große Grundstücksareal an die Bauträgergesellschaft Beta aus Bergkamen verkauft. Die möchte dort Häuser für junge Familien bauen. Geplant sind überwiegend Doppelhäuser, aber auch freistehende Eigenheime auf Grundstücksgrößen von 250 bis 400 Quadratmetern.

Baustart frühestens in zwei Jahren

Bis die ersten Bagger rollen, wird es aber wohl noch zwei Jahre dauern. Denn für das Gebiet muss die Politik noch einen Bebauungsplan aufstellen. „Wir haben an dem Standort Interesse und führen Gespräch mit der Stadt“, sagt Dirk Salewski, Geschäftsführer von Beta.

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Im Flächennutzungsplan ist das Areal schon seit Jahren als Wohnbaufläche ausgewiesen worden. Der „Masterplan Wohnen“ misst ihr erste Priorität zu. Denn die Politik möchte besonders jungen Familien bei den teils hohen Grundstücks- und Wohneigentumspreisen ein Angebot für bezahlbares Eigentum machen.

Wunsch nach sozialem Wohnungsbau

In der Diskussion ist der politische Wunsch, dort auch sozialen Wohnungsbau zu verwirklichen. Möglicherweise könne sich das in Miet-Reihenhäusern realisieren lassen, die in Vierer-Reihen gebaut werden könnten.

Die Bauträgergesellschaft Beta verhandelt zudem über eine angrenzende Fläche mit der Bahn. Auch wenn diese Pläne scheitern sollten, bliebe Beta an der Grenzstraße am Ball, so Salewski.

Lärmschutz in Richtung Bahngleis

Durch die Bahngleise müssten die neu gebauten Häuser allerdings eine Lärmschutzwand gbekommen. Diese können entweder direkt auf dem Bahndamm stehen, oder als höhere Variante unterhalb.

„Der Startschuss ist von unserer Seite gegeben, jetzt muss die Politik aktiv werden“, erklärt Salewski. Dann gehe das Verfahren seinen üblichen Gang mit Lärmgutachten, Umweltverträglichkeitsprüfung, Verkehrsgutachten und Niederschlagswasseruntersuchung.

Die Eigenheime sollen in der städtebaulichen Dichte errichtet werden, wie sie rundherum schon vorhanden ist: Als kleines Quartier im Ortsteil.

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