92 Grippe-Fälle in Lünen gemeldet: Viele Kinder sind richtig krank

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Die Grippe ist da. 92 Erkrankungen in Lünen sind gemeldet worden. Kreisweit sind die Zahlen niedriger als im Vorjahr. Doch zurzeit sind kleinere Kinder besonders betroffen.

Lünen

, 15.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wir befinden uns in der Influenza-Saison“, bestätigt Dr. Roland Staudt, Amtsarzt des Kreises Unna. In allen Städten und Gemeinden des Kreises sind bislang 201 Fälle gemeldet worden. Im Vergleich zu 445 Fällen im vergangenen Jahr sei das „relativ moderat“.

Allerdings gebe es keinen Anlass zur Entwarnung. In der letzten Saison gab es die meisten Neuerkrankungen Ende Februar und Anfang März. Die Krankheit ist meldepflichtig, wenn sie getestet wurde. Das ist längst nicht immer der Fall.

Täglich Patienten beim Hausarzt

Täglich kommen Grippe-Patienten in die Praxis, berichtet Dr. Michael Funke, Vorsitzender des Lüner Ärztevereins. Das sei aber kein Vergleich zum letzten Jahr. Die Symptome seien leichter. Vorwiegend betroffen seien jüngere Menschen, wohl auch, weil sich viele ältere impfen ließen. Getestet würden sie nicht.

Das tun auch die Medizinerinnen der Praxis „Kinderärzte Lünen“ nicht, weil die Therapie sich nicht unterscheide, wie Dr. Christiane Günther-Ruppert erklärt. Ihr Eindruck ist, dass die Zahl der kranken Kinder im Vergleich zum Vorjahr ähnlich hoch sei wie im vergangenen Jahr. Doch vor allem kleinere Kinder seien deutlich kränker mit hohem Fieber, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen. Die Impfwilligkeit sei zwar höher gewesen, aber “nicht so, wie wir es gerne hätten.“

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Lünen liegt mit 92 gemeldeten Grippekranken in den ersten sechs Wochen (2018 waren es 78) als größte Stadt im Kreis an der Spitze. Was auch damit zusammenhänge, dass im St.-Marien-Hospital bei Atemwegserkrankungen frühzeitig auf Influenza getestet werde, so Rolandt Staudt von der Gesundheitsbehörde des Kreises.

Es gebe im Klinikum Lünen einen speziellen Test, so dass innerhalb weniger Stunden ein Ergebnis vorliege, erläutert Geschäftsführer Axel Weinand.

Zahl der Erkrankten in Klinik zuletzt konstant

50 Grippekranke seien stationär aufgenommen worden. Seit einer Woche sei die Zahl der Erkrankten konstant. Hoffnung gebe es auch durch das wärmere Wetter.

Laut Staudt dominieren im Gegensatz zum Vorjahr Influenza Typ-A-Fälle. Typ-B sei auf wenige Einzelfälle beschränkt.

Mund-Nasen-Schutz gegen Ansteckung

Damit Patienten und Mitarbeiter vor Ansteckung geschützt sind, setzt das Krankenhaus wie im vergangenen Jahr auf den Mund-Nasen-Schutz. Täglich verbraucht die Klinik 3000 Stück, allein 1500 werden im Eingangsbereich von Besuchern genutzt.

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Zum Schutz gehören auch Desinfektionsmittel, die erstmals gegen Viren und Bakterien schützen, aber trotzdem hautfreundlich sind. „Es gibt eine hohe Akzeptanz“, so Weinand. Die Schutzmaßnahmen seien ausdrücklich zu begrüßen, erklärt Roland Staudt.

Wenig Personalausfall

Im vergangenen Jahr hatte das Klinikum durch diese Prophylaxe im Gegensatz zu anderen Unternehmen nur wenige grippekranke Mitarbeiter. „Viele Krankenhäuser mussten Bereiche runterfahren, weil krankheitsbedingt viele Mitarbeiter ausgefallen waren. Wir hingegen waren voll einsatzfähig“, erinnert sich Weinand.

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Außerdem habe das Klinikum damals vielen Arztpraxen in Lünen mit Mund-Nasen-Schutz aushelfen müssen. Diese seien später dem Beispiel gefolgt und hätten dann nicht ausreichend Material zur Verfügung gehabt.

Posteraktion zur Prophylaxe

Begleitet wird die Schutzmaßnahme von einer Posteraktion im gesamten Krankenhaus. Damit reagiert das Klinikum auf Verunsicherung im vergangenen Jahr bei Patienten und Besuchern. „Mund-Nasen-Schutz: Voll normal“ oder „Es liegt was in der Luft“ heißt es darauf und zeigt Menschen mit Mund-Nasen-Schutz.

Prof. Wolfram Wilhelm, Ärztlicher Direktor, hält diesen Schutz auch in der Öffentlichkeit für sinnvoll. In China zum Beispiel sei das inzwischen ganz normal.

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