Ab Herbst gibt es weniger Messen in Nordlünen

Schwierige Personalsituation

Schon für die Sommerferien schalten die katholischen Kirchen in Nordlünen auf Sparflamme. Aber auch danach müssen sich die Gläubigen an ein schmaleres Programm gewöhnen. Nur noch sechs Messen wird es insgesamt an den Wochenenden geben. Pfarrer Clemens Kreiss erklärt die Hintergründe.

NORDLÜNEN

, 09.07.2016, 05:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die St. Gottfried-Kirche in Wethmar.

Die St. Gottfried-Kirche in Wethmar.

In den Sommerferien gibt es in der Großgemeinde St. Marien weniger Gottesdienste – keine Vorabendmesse samstags in St. Gottfried und keine Messe am Sonntagabend in St. Norbert. Doch auch nach den Ferien bleibt ein reduziertes Angebot.

In St. Marien, St. Norbert, St. Gottfried und St. Ludger gibt es dann nur noch insgesamt sechs Messen an den Wochenenden. Bislang sind es zwei Vorabendmessen und eine Beichtgelegenheit samstags sowie sechs Messen sonntags. 

Ab den Herbstferien

"Über die Hintergründe informieren wir auf unserer Homepage", so der verantwortliche Pfarrer Clemens Kreiss auf Anfrage. Wie die sechs Gottesdienste letztlich verteilt werden, entscheidet der Pfarreirat. Voraussichtlich ab den Herbstferien soll die neue Gottesdienstordnung in Kraft treten.

Die Gründe liegen in der Personalausstattung. "Zur Zeit sind wir drei hauptamtliche Priester. Dieser Personalstand ist bis 2020 von Münster zugesagt", so Kreiss. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass einer der Priester auch übers Wochenende verreist sein kann, dass natürlich allen drei Geistlichen Urlaub zusteht und auch mal jemand erkranken kann.

"Bei regulären Urlaubszeiten heißt das: Mindestens an zwölf Wochenenden sind wir zu zweit." Deshalb halte er als Maximum sechs Messen am Wochenende (Samstagabend und Sonntag) für realistisch. Man wolle schließlich jeden Gottesdienst "mit der angemessenen Aufmerksamkeit und Sorgfalt feiern."

Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen

Zumal auch noch sonntags Taufen dazu kommen, es an Samstagvormittagen Beerdigungen und vor allem im Sommer samstags kirchliche Trauungen gibt, so Kreiss. Bei der letzten Gottesdienstplanung 2011 habe man noch mehr Priester zur Verfügung gehabt, da noch drei Geistliche im Ruhestand an den Wochenenden Messen übernommen haben.

Inzwischen zelebrieren die Pfarrer i.R. Walter Rensing und Knut Drieling aber nicht mehr. Pfarrer i.R. Bernhard Bülskämper übernehme derzeit in der Regel eine Messe am Wochenende und hin und wieder auch einen Predigtdienst.

Kreiss: "Dafür und auch für sein Engagement in den verschiedenen Alteneinrichtungen in unserer Gemeinde bin ich persönlich und sind wir alle ihm sehr dankbar." Man sollte ihn aber in einer Planung, die für die nächsten fünf Jahre gedacht ist, "nicht mehr regulär mit einbeziehen".

Auch an Feiertagen

Zumindest sollte an den vier Kirchorten eine Messe am Samstag oder Sonntag stattfinden. Am Sonntagvormittag sollten die Zeiten so aufeinander abgestimmt sein, dass ein Priester problemlos zwei Messen feiern kann. Auch die Gottesdienstordnung an Feiertagen müsse berücksichtigt werden. So soll künftig an Ostern, Weihnachten und Pfingsten auf die Messe am Abend des 1. Feiertags verzichtet werden.

Im September soll der Pfarreirat einen Beschluss fassen. Vorschläge der Gemeindemitglieder können ans Pfarrbüro geschickt werden oder per Mail an Kreiss. „Wir werden sie in der Sitzung des Pfarreirates berücksichtigen.“

Besucher
In St. Marien und in der Kapelle des St.-Marien-Hospitals gab es im ersten Halbjahr bei drei Messen am Wochenende durchschnittlich 323 Besucher. Davon waren es bei der Messe um 8.30 Uhr in der Krankenhauskapelle geschätzt 45 bis 50 am Sonntag.
In St. Norbert waren es bei zwei Messen sonntags jeweils 204 Besucher, davon um 19 Uhr 50 bis 60.
In St. Gottfried verzeichnete man 152 Gottesdienstbesucher.
In St. Ludger waren es 71 Gottesdienstbesucher.

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