Abschied mit Wehmut - „Mode aktuell“ macht dicht in Lünen-Süd

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Nach über 30 Jahren schließen Burgunde Schmitz und Horst Ickenroth ihren Bekleidungsladen „Mode aktuell“ an der Jägerstraße. Sie haben spannende Pläne für die Zukunft.

von Julian Beimdiecke

Lünen-Süd

, 13.10.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in Lünen-Süd Kleidung kaufen wollte, steuerte in den vergangenen 30 Jahren die Jägerstraße 88 an: Dort führt das Ehepaar Burgunde Schmitz und Horst Ickenroth das Bekleidungsgeschäft „Mode aktuell“. Doch das ist bald nicht mehr möglich - das Geschäft schließt spätestens am Jahresende. „Am 31. Dezember läuft unser Mietvertrag aus, aber sobald unsere Ware abverkauft ist, machen wir Schluss“, erklärt Ickenroth. Das könne auch schon Ende November der Fall sein.

Corona brachte Probleme

Eigentlich sah ihr Plan nicht unbedingt vor, dass sie schon Ende 2020 die Ladentüren dauerhaft schließen würden. Doch durch die aktuelle Lage mussten Schmitz und Ickenroth umdenken. „Wir sind jetzt 72 Jahre alt, bis 75 hätten wir vielleicht schon noch weitergemacht. Aber dann kam eben Corona“, so Ickenroth. Die beiden mussten Kurzarbeit anmelden, hatten privates Geld investiert, um ihren vier Mitarbeiterinnen trotzdem weiter das volle Gehalt zahlen zu können. „Das war schon schwierig - und keiner weiß ja, wie das weitergeht. Wahrscheinlich hätten wir die nächsten Jahre nur noch kämpfen müssen. Deswegen haben wir jetzt Schluss gemacht.“

Eine Entscheidung, die Ickenroth leichter fiel als Schmitz. „Meine Frau leidet da mehr drunter als ich - sie war die ganzen Jahre ja auch mit Herzblut dabei. Da fällt es natürlich nicht leicht, das hinter sich zu lassen“, so Ickenroth. Er selbst hatte sich erst nach seine Pensionierung als Schreiner schwerpunktmäßig um den Laden gekümmert, während Schmitz sich schon vorher um die Kundinnen und Kunden kümmerte. Kein Wunder, dass in den Jahren ein persönlicher Kontakt entstand und nun auch viele Stammkunden das Aus des Geschäftes bedauern. „Viele kamen noch einmal, um sich etwas zu kaufen, obwohl sie gar nichts brauchten - einfach nur, um noch einmal vorbeizuschauen“, erzählt Ickenroth. Ebenfalls traurig werde wohl der Abschied von den Mitarbeiterinnen: „Da sind bei mir schon ein paar Tränen geflossen.“

Viel Zeit in Kanada

Trotz Wehmut freuen sich die beiden nun auf ihren neuen Lebensabschnitt. Schon vor einigen Jahren kauften die beiden sich ein Haus in Kanada und verbrachten jeweils ein Vierteljahr im Winter und ein Vierteljahr im Sommer dort. Ihre Kanada-Zeit wollen sie nun auf neun Monate im Jahr ausdehnen. „Nur zwischen Herbst und Winter und im Frühjahr, wenn dort die Black Flies unterwegs sind, sind wir nicht so gern da“, lacht Ickenroth.

Die eigene Zukunft ist also geplant - die des Gebäudes steht allerdings noch offen. Gespräche über eine gewerbliche Ansiedlung laufen gerade, fest stehe noch nichts. Außer eins: Ein Modeladen wird dort laut Ickenroth wohl nicht wieder einziehen.

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