Acht Briefe der Stadt sind keine Portoverschwendung

Ausgaben der Stadt Lünen

Acht Briefe der Stadt erhielt eine Lünerin in kürzester Zeit. Um Grundsteuern und Abfallgebühren ging es in den Bescheiden. Doch warum sendet die Stadt jedes Dokument einzeln? Wäre es nicht sinnvoller, alle Papiere in einem Umschlag zu verschicken und so Porto zu sparen? "Nein", sagt die Stadt. Hier erklären wir, warum.

LÜNEN

, 16.02.2016, 05:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Standard-Brief kostet 70 Cent.

Ein Standard-Brief kostet 70 Cent.

Eine Anwohnerin der Borker Straße wunderte sich: In acht Umschlägen erhielt sie die Bescheide der Stadt über Grundsteuern und Abfallgebühren. Sie rechnet vor: Für 1,45 Euro Porto hätte die Stadt die Bescheide in nur einem Umschlag verschicken könnten. Die acht Umschläge hingegen kosteten 5,60 Euro Porto. „Eine Mehrausgabe von 286 Prozent sinnlos verpulvert“, meint die Lünerin.

Portogebühren der Deutschen Post
Standard-Brief (bis 20g): 0,70 Euro
Kompaktbrief (bis 50g): 0,85 Euro
Groß-Brief (bis 500g): 1,45 Euro
Maxi-Brief (bis 1kg): 2,60 Euro
Der Versand einer Postkarte kostet 0,45 Euro.

Nein, erklärt auf Anfrage die Steuerabteilung der Stadt Lünen. Die Bescheide würden „en bloc“ ausgedruckt und maschinell einkuvertiert. Sie für Mehrfachempfänger per Hand auszusortieren wäre teurer als das zusätzliche Porto.

Eingesparte Personalkosten rechnen sich gegen zusätzliches Porto

Nur für Steuerpflichtige mit mehr als sechs Besitzungen würden die Bescheide nach einer Liste aussortiert und als eine Sendung verschickt. Dabei handele es sich zum Beispiel um Wohnungsgesellschaften. Die Steuerabteilung benötige dafür allein eine Woche.

Der Rest der Bescheide werde automatisch verarbeitet. „Die eingesparten Personalkosten rechnen sich gegen das zusätzliche Porto“, so die Steuerabteilung. Außerdem könne nur so sichergestellt werden, dass die Bescheide rechtzeitig vor dem ersten Zahlungstermin zugestellt werden

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