Altenzentrum St. Norbert: Trotz negativer Tests „fest im Griff“ des Virus

mlzCorona-Krise

Es war ein hin um her um erst positive, dann doch negative Corona-Tests im Altenzentrum St. Norbert. Die Quarantäne ist mittlerweile aufgehoben worden - trotzdem ist nichts wie vorher.

Nordlünen

, 29.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Ausbruch des Coronavirus in einem Seniorenheim kann dramatische Folgen haben. Ältere Menschen sind besonders anfällig und sterben überdurchschnittlich häufig an den Folgen des Virus. Wie dramatisch solche Entwicklungen werden können, zeigt ein Blick nach Fröndenberg. Im dortigen Schmallenbach-Haus sind mittlerweile zwölf Bewohner und zwei Pfleger an den Folgen des Virus gestorben.

Deswegen gab es große Sorgen, als im Altenzentrum St. Norbert Anfang April eine Bewohnerin positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Der Test, das stellte sich später heraus, war fehlerhaft. Die Bewohnerin war nicht an Corona erkrankt.

Jetzt lesen

Das Altenzentrum wurde trotzdem erstmal weiter unter Quarantäne gestellt, weil andere Bewohner an der Grippe erkrankt waren. Und auch wenn die Quarantäne mittlerweile aufgehoben wurde: Das Leben in St. Norbert ist weiterhin nicht mit dem vor der Corona-Krise vergleichbar.

„Seit Wochen hat uns alle das Corona-Virus fest im Griff und das Leben hat sich sehr verändert“, berichtet Thomas Middendorf, Sprecher des Caritasverbandes Lünen-Selm-Werne. Der Verband ist Träger des Altenzentrums St. Norbert. Eine der einschneidendsten Änderungen: Das Besuchsverbot.

Angehörige können die Senioren in St. Norbert - und in allen anderen Einrichtungen dieser Art - nicht mehr besuchen. Abhilfe schafft unter anderem „eine Vielzahl extra angeschaffter Tablets“, wie Middendorf erklärt. Die Senioren können so mit ihren Angehörigen video-telefonieren. Die Bewohner können das Haus, trotz aller Schutzmaßnahmen, auch verlassen: Sie „können im Garten unter Berücksichtigung der allgemein üblichen Sicherheitsvorkehrungen Spaziergänge machen“, sagt Middendorf.

Lächeln jetzt über die Augen

Schutzausrüstung ist mittlerweile vorhanden - beim Corona-Verdacht hatte die Lüner Feuerwehr noch mit Material ausgeholfen. Diese Ausrüstung, darunter fällt ja auch der Mund-Nasen-Schutz, sorgt aber auch für eine sichtbare Veränderung, wenn die Bewohner die Gesichter der Betreuer nicht mehr sehen können. Middendorf dazu: „Wir sind in St. Norbert schon lange eine sehr gute Gemeinschaft. Alle, die hier wohnen, leben und arbeiten, sind füreinander da. Wir schenken uns auch jetzt ein Lächeln. Das geht auch über die Augen.“

Der Alltag, er hat sich seit der Corona-Krise sehr verändert. Trotzdem versuchen die Caritas-Mitarbeiter, ein bisschen Normalität beizubehalten: „Die Betreuungskräfte informieren die Bewohner über Aktuelles aus Lünen und der Umgebung. Wenn auch anders, entwickelt sich wieder so etwas wie ein normaler Alltag“, sagt Middendorf.

Lesen Sie jetzt