Am Modell: So übt die Lüner Feuerwehr Einsätze

Video vom Planspielraum

Es sieht ein bisschen aus wie im Miniaturwunderland Hamburg oder im Filmstudio. Auf einer großen Platte steht eine kleine Stadt – im Miniaturformat. Hier, im Planspielraum der Lüner Berufsfeuerwehr, geht es aber nicht um den nächsten Blockbuster, sondern um die Vorbereitung auf einen Einsatz. Wir waren mit der Kamera dabei.

LÜNEN

, 04.04.2016, 05:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt“, erklärt Stephan Dörnbrack, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr, „wir können hier alles simulieren – jede Art von Bränden und auch jede Art von Unfällen“. Dafür steht hier die kleine Stadt, die nicht genau aussieht wie Lünen, aber Ähnlichkeiten aufweist.

So schippert auf dem Kanal ein Containerschiff einsam vor sich hin, auf dem Autobahnkreuz stehen viele kleine Wagen im Stau, neben der großen braunen Kirche mit den kleinen grauen Dächern gibt es in der Stadt auch einen schmucken Bahnhof.

Wenige Meter neben den engen Wohnhäusern stehen sogar die Einkaufswagen vor dem Miniatur-Aldi, mit etwas Vorstellungskraft könnte der hohe Turm sogar das Lüner Rathaus sein.

Liebe zum Detail 

Mit viel Liebe zum Detail ist in der Feuerwache an der Kupferstraße eine kleine Stadt gebaut worden, „dafür haben die Teilnehmer des Planspiels allerdings kein Auge“, erklärt Dörnbrack. Wenn die Führungskräfte den Raum betreten, simuliert er den Ernstfall. Eine Webcam wirft ein Bild des Einsatzortes an die Wand, um den ersten Blick der Teilnehmer auf das Geschehen zu vermitteln – wie im realen Leben.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So sieht es im Planspielraum der Feuerwehr Lünen aus

Im Planspielraum der Feuerwehr Lünen können die Feuerwehrmänner diverse Szenarien nachstellen.
01.04.2016
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Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
Eindrücke aus dem Planspielraum der Feuerwehr Lünen.© Foto: Christopher Kremer
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„Wenn der Einsatzleiter um die Ecke biegt, dann weiß er ja auch nicht genau, was ihn dort erwartet“, sagt Dörnbrack. In diesem Fall brennt in der Miniaturstadt ein Wohnhaus in der zweiten Etage, wahrscheinlich hat die Küche Feuer gefangen. Auf dem Balkon steht ein Mann, „im hinteren Teil der Wohnung liegt eine Frau, die bettlägerig ist“, sagt er.

Ein Bild der Lage machen

Und nun geht es los: Die Einsatzleitung muss sich ein Bild der Lage machen, Leute ansprechen und das Gebiet erkunden. Im Planspiel schlüpft Dörbrack in die Rolle der Personen, so würde er auch den Mann auf dem Balkon spielen. Nach der Erkundung muss die Einsatzleitung die Lage beurteilen, die Gefahren erkennen und sie bekämpfen – ein Plan ist gefordert.

„Man muss sich genau überlegen, wie und wo man seine Einsatzkräfte einsetzt – Priorität hat die Frau“, sagt Dörnbrack, auch die Fahrzeuge müssen taktisch clever platziert werden. „Dabei gibt es keine perfekte Lösung“, sagt er. In diesem Fall könnten die Einsatzkräfte um den Wohnungsbrand zu löschen, das Treppenhaus nutzen, zusätzlich könnte man die Drehleiter vor dem Haus aufstellen, um auch von zu löschen zu können.

Spezialfälle

Rund 40 Schulungen gibt es jedes Jahr hier im Planspielraum, fast immer ist es ein anderes Szenario. „Einmal haben wir ein Kohlenstoffdioxid-Unglück auf einem Schiff simuliert“, erinnert sich Dörnbrack. Der Führungsvorgang solle auch in Spezialfällen verinnerlicht werden.

Auch wenn die Miniatur-Stadt mit den ganzen Gebäuden reichlich Szenarien zur Auswahl bietet, „eine Tiefgarage könnten wir noch gebrauchen“, sagt Dörnbrack. Die soll aber bald dazu kommen.

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