Der Online-Händler Amazon bittet Verbraucher, die Pakete erhalten haben, die sie nicht bestellt haben, sich zu melden. © picture alliance/dpa
Kunden ärgern sich

Amazon: Unaufgefordert geschickte Pakete verstoßen gegen Richtlinien

Immer wieder landen Pakete von Amazon, die sie nicht bestellt haben, bei Verbrauchern. Das ärgert offenbar nicht nur die Adressaten, sondern auch den großen Online-Händler.

Seit einigen Monaten bekommen immer wieder Verbraucher aus der Region Pakete von Amazon, obwohl sie bei dem großen Onlinehändler gar nichts bestellt haben. Einige haben sich mittlerweile an die Verbraucherberatung in Lünen gewandt.

Nun nimmt auf Anfrage auch Amazon selbst dazu Stellung. „Wir gehen jedem Hinweis von Kunden nach, die unaufgefordert ein Paket erhalten haben, da dies gegen unsere Richtlinien verstößt“, sagt ein Amazon-Sprecher.

Er bittet Verbraucher, die solche Pakete bekommen oder bekommen haben, sich an Amazon zu wenden, damit man dem Ganzen nachgehen könne.

Öffentlicher Adressenhandel

„Verkaufspartner haben in diesem Zusammenhang weder Namen noch Adressen von Amazon erhalten“, stellt der Amazon-Sprecher klar. Woher diese Verkaufspartner des Online-Händlers die Adressen von Verbrauchern haben, darüber kann auch er nur Vermutungen anstellen. Das Wahrscheinlichste sei, dass sich die Verkaufspartner durch den öffentlichen Adressenhandel besorgt hätten.

Man solle immer vorsichtig mit seinen Daten gerade im Internet sein. Auch aus dem Netz könnten manche Adressen stammen, an die nun die nicht-bestellten Pakete geschickt werden.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat seit einigen Monaten Hinweise von Verbrauchern bekommen, die sich über die unverlangten Pakete beschwerten. Ihre Vermutung – auf diese Weise sollten volle Warenlager geleert werden. Das Verschicken von Ladenhütern sei billiger als die Ware in Containern per Schiff zurück an die chinesischen Hersteller zu transportieren.

Verbraucher sollen sich melden

Amazon stelle den Vertragshändlern nur die Infos zur Verfügung, die für die Ausführung einer Bestellung notwendig seien. Deshalb sei der Online-Händler auch interessiert daran, dass Verbraucher sich melden, wenn sie solche unverlangten und nicht bestellten Waren über Amazon erhalten.

Wenn bei den Recherchen herauskomme, dass Verkaufspartner sich nicht an die Vorgaben halten, habe das Konsequenzen.

„Verkaufspartner, die gegen unsere Richtlinien verstoßen, werden gesperrt, die Zahlungen werden zurückgehalten und wir leiten entsprechende rechtliche Schritte ein“, sagt der Amazon-Sprecher.

Falls es kein Weihnachtsgeschenk ist

Wer also Pakete von Amazon bekommt, die er nicht bestellt hat und die er auch nicht zuordnen kann – in der Weihnachtszeit könnte es ja auch ein Geschenk von einem Verwandten oder Freund sein, der es an die Adresse des Beschenkten verschicken ließ – sollte sich bei Amazon melden. Oder am besten, so die Verbraucherberatung Lünen, diese Pakete erst gar nicht annehmen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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