„Angst“ bei Radtour in Lünen: Kein Geländer, Stadt reagiert mit Schild

mlzDatteln-Hamm-Kanal

Weil an der südlichen Kanal-Rampe am Preußenhafen das Geländer fehlt, hatten Horst Riehl und seine Enkelin bei einer Tour „richtig Angst.“ Die Stadt will handeln, aber nicht, wie erwartet.

Niederaden

, 17.08.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kanal Der Lüner Horst Riehl ist viel mit seinem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Sein Weg führt ihn oft auch über den Radweg am Datteln-Hamm-Kanal entlang der Eisenbahnbrücke am Preußenhafen. Schon immer sei ihm aufgefallen, dass es bei der Abfahrt von der Rampe an der Südseite keine Schutzvorrichtung gibt. Richtig deutlich wurde ihm das Problem jetzt bei einer Tour mit seiner zehnjährigen Enkelin. „Wir hatten richtig Angst“, beschreibt er die Situation.

„Man stelle sich vor, dass beim Runterfahren von der Rampe eine Bremse am Fahrrad versagt oder dass es eine Kollision mit anderen Radfahren, die von links aus dem Hafen kommen, gibt“, so Riehl. Ihn interessiert, warum es an einer Seite Schutzplanken gibt und an der anderen nicht?

Zuständig ist die Stadt Lünen

Fast überall am Datteln-Hamm-Kanal ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zuständig. Denn es sind ihre Wirtschaftswege, die von Radfahrern genutzt werden. Der Bereich mit dem fehlenden Geländer allerdings liegt in der Verantwortung der Stadt Lünen. Die will jetzt auch handeln. Ob ihre Maßnahme den Radfahrern aber gefallen wird, ist wohl eine andere Frage.

Grundsätzlich sei unter der Brücke ein Geländer angebracht, weil der Weg dort schmaler ist, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage der Redaktion. Warum an einer Seite die Schutzplanke aber nicht so weitergezogen wurde wie gegenüber, darauf kann er keine konkrete Antwort geben. Er könne nur mutmaßen, so Spangardt.

So stellt sich die Situation momentan am Kanal dar.

So stellt sich die Situation momentan am Kanal dar. © Riehl

Als gefährlicher eingeschätzt

An der Seite mit längerer Schutzplanke sei das Gefälle der Rampe deutlich steiler. Die Rampe liege auch näher an der Unterführung, „sodass die Situation eventuell unübersichtlicher ist und als gefährlicher eingeschätzt wurde“, so Spangardt. Außerdem liege gleich hinter dem Wirtschaftsweg eine Straße mit Autoverkehr. Auf der Seite mit dem kürzeren Gelände zum Preußenhafen hin sei die Rampe sanfter geschwungen und die ganze Situation deutlich übersichtlicher.

Um das Problem auf der Südseite zu lösen, hat die Stadtverwaltung bereits Vorstellungen: „Wir werden zeitnah an geeigneter Stelle ein Warnschild aufstellen und den Zusatz „Radfahrer absteigen“ anbringen.“

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