Das Archivbild zeigt das Caterpillar-Gelände in Lünen-Wethmar aus der Vogelperspektive. © Neubauer (A)
Corona-Krise

Anmelden für Weihnachten: Auto-Gottesdienste auf Parkplatz in Lünen

Dieses Jahr wird Weihnachten anders als sonst. Die Kirchengemeinden müssen sich etwas einfallen lassen. So wird es zwei Gottesdienste geben, die die Teilnehmer im eigenen Auto mitfeiern.

Es war den Verantwortlichen der evangelischen Kirchengemeinde Lünen relativ früh klar, dass es in diesem Jahr wegen Corona nicht die normalen Weihnachts-Gottesdienste geben kann. „Wir haben angefangen, uns über Alternativen Gedanken zu machen“, so Richard Zastrow, Jugendpfarrer der Kirchengemeinde und für den Seelsorgebereich Johannes (Wethmar) zuständig.

Sein Nachbar hatte dann die zündende Idee. Warum nicht einen Gottesdienst wie ein Autokino auf einem großen Parkplatz aufziehen?

„Alle, denen wir davon erzählt haben, waren sofort begeistert“, sagt Zastrow. Und so wird es nun zwei Gottesdienste am Heiligabend (24.12.) auf dem Parkplatz von Caterpillar in Wethmar geben.

Um 14.30 Uhr besonders gedacht für Kinder und Jugendliche, um 16.30 Uhr für Familien. Wer mit seinem Auto daran teilnehmen will, kann sich vom 10. bis 22. Dezember im Internet anmelden. Denn der Platz bietet Platz für 180 Autos pro Gottesdienst. „In den Autos sitzen Menschen, die gemeinsam Weihnachten feiern.“ Bei vier Leuten pro Auto könnten so mehr als 700 Menschen zusammen Gottesdienst feiern.

Ökumenisches Vorbereitungsteam

„Unser Thema lautet ,Weihnachten im Herzen`,“ so Zastrow. Es gibt ein ökumenisches Vorbereitungsteam. Kirchenmusikerin Nicole Klein hatte die Idee, mit dem Kinder- und Jugendchor Brambauer ein Krippenspiel zur Corona-Situation aufzuführen. Das wird im ersten Gottesdienst stattfinden.

Im Familien-Gottesdienst um 16.30 Uhr wird es auch ein Krippenspiel geben, um das sich die ökumenische Gruppe kümmert.

Die beiden Gottesdienste sind Teil des Weihnachts-Angebotes der evangelischen Kirchengemeinde, bei dem der Fokus auf Kinder, Jugendliche und Familien gelegt wird. Deshalb ist auch Zastrow als Jugendpfarrer der Seelsorger, der die Gottesdienste gestalten wird. Die Unterstützung ist groß.

Zwei LKW als Bühne

Thomas Stachowitz von der gleichnamigen Spedition, hat angeboten, zwei LKW als Bühne zur Verfügung zu stellen. Jeder LKW ist 13 Meter lang. Dort ist Platz für Technik, Altar und Krippenspiel. Zastrow: „Man kann eine Plane hochklappen, so sind wir dann auch wetterfest und Corona-sicher.“

Die Besucher der Gottesdienste sitzen in ihren Autos. „Wir sind sehr froh, dass uns Caterpillar erlaubt hat, den Parkplatz zu nutzen.“ Die Firma Rogge kümmert sich um den Strom und organisiert auch Tannengrün als Dekoration. Mitarbeiter der Firma haben sich den Parkplatz auch von oben angesehen und ausgerechnet, dass 180 Autos pro Gottesdienst auf die Fläche passen.

Anmeldungen sind vorgeschrieben

„Das ökumenische Netzwerk in Wethmar ist toll, es gibt viele Menschen, die ihre Hilfe anbieten.“ Und die werden auch gebraucht – für den Einlass, als Ordner, das Krippenspiel und die Technik. Die Helfer kommunizieren per Whatsapp, es gab auch zwei Vorbesprechungen auf dem Parkplatz – mit Abstand und Maske.

Natürlich sind auch katholische Christen zu den Gottesdiensten eingeladen. Wer teilnehmen will, muss sich anmelden. Diese Anmeldungen zu allen Weihnachtsgottesdiensten in diesem Jahr hat die evangelische Landeskirche vorgeschrieben.

Ab 10. Dezember ist auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde ein Link freigeschaltet. Nach der Anmeldung bekommt man eine Bestätigungsmail, die man als Ticket zu dem jeweiligen Gottesdienst mitbringt.

Die Organisatoren bitten die Teilnehmer, 45 Minuten vor Beginn der beiden Gottesdienste vor Ort zu sein, damit der Einlass funktioniert. Vier Autos pro Minute sollen auf den Platz fahren.

„Wir haben mehrere Firmen wegen der Technik angefragt, wegen Bühnenlicht, Soundtechnik und Übertragung an die Autoradios.“ Die Preise sind relativ hoch, deshalb brauche man noch Sponsoren: „Wir freuen uns über jede Spende.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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