Antibiotika-Krise: Doku-Film eines Lüners für Fernsehpreis nominiert

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Es sei wie ein „Tsunami in Zeitlupe“, sagt der Lüner Michael Wech: Antibiotika wirken gegen viele Keime nicht mehr. Sein Film darüber ist jetzt für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.

Lünen

, 08.06.2020, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als der Lüner Journalist Michael Wech einen Film über Antibiotika drehte, gegen die viele Keime inzwischen unempfindlich geworden sind, war von Corona-Krise noch keine Rede. Doch sie zeigt, was passiert, wenn im Kampf gegen Krankheitserreger das geeignete Mittel fehlt. Es sei ein Wettlauf mit der Zeit, wie lange Antibiotika noch helfen. Denn immer mehr Bakterien entwickeln Widerstand.

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In dem Dokumentarfilm „Restistance Fighters - Die Globale Antibiotika-Krise“ beleuchtet Michael Wech das Thema. Die ZDF-/Arte-Produktion ist in der Kategorie „Beste Dokumentation / Reportage“ für den Deutschen Fernsehpreis nominiert worden. Und nicht nur sie. Auch Wechs Film „Die Story im Ersten: Die unheimliche Macht der Berater“ ist in gleicher Kategorie nominiert. „Mit zwei Filmen dabei zu sein, ist schon äußerst selten“, freut sich der freie Journalist. In Branchenkreisen gilt bereits eine Nominierung als Auszeichnung.

Am 15. Juni wird die Jury entscheiden. Für Michael Wech ist es die dritte Nominierung für den brancheninternen Preis. 2016 war er mit dem Film „MH17“ über den Absturz des Malaysia-Airlines-Fluges 17 sowie ein Jahr später mit „Der lange Arm des IS“ auf der Liste vertreten.

Auf ARTE war Michael Wechs Film „Restistance Fighters - Die Globale Antibiotika-Krise“ im Frühjahr 2019 zu sehen. Bis 22. Juli 2020 steht er in der ARTE Mediathek zur Verfügung. Als VoD ist er zudem auf den gängigen Portalen (Amazon & iTunes u.a.) sowie auf www.amr-film.com erhältlich.

Eigene Erfahrung hat ihn auf die Idee gebracht, einen Film über Antibiotika-Resistenzen zu drehen. Zweimal lag er mit einer bakteriellen Infektion im Krankenhaus. Antibiotika haben ihm geholfen und die Abhängigkeit deutlich gemacht. Michael Wech ging dem Thema auf den Grund und knüpfte Kontakte zu ausgewiesenen Antibiotika-Experten. In dem Film geht es um Ursachen und Folgen einer weltweit wachsende Gefahr von Antibiotika-Resistenzen.

Broadview Pictures aus Köln haben den 99 Minuten langen Film produziert. Er wurde im September 2019 bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York gezeigt und hat bereits Preise erhalten.

Dreh zum zweiten Antibiotika-Film

Inzwischen arbeitet Michael Wech an der Fortsetzung. In „Der Antibiotika-Shutdown“ soll es um mögliche Lösungsansätze gehen. „Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen globalen Aktionsplan beschlossen, den 130 Staaten mit nationalen Handlungsplänen unterstützen“, so Wech. Ziel ist es, Antibiotika als Waffe zu erhalten. Im Vordergrund stehe, Antibiotika nicht ins Blaue zu verschreiben, sondern erst nach Diagnostik. Drehort war Uganda. Dort sei es gelungen, mit Programmen und Labordiagnostik Antibiotika gezielt einzusetzen. „Es lohnt sich, aktiv zu werden“, so Wech. Er bezeichnet Antibiotika-Resistenzen als „leise Pandemie“. Weltweit würden jährlich 700.000 Menschen daran sterben.

Zurzeit arbeitet Wech auch einer Gesamtbetrachtung zum Thema Covid-19.

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