Anwohner in Gahmen sorgen sich vor Überflutung

Am Mahlbach

Immer extremere Wetterlagen - dadurch gibt es auch Sorgen in Lünen. Bei den Anwohnern des Mahlbachs in Gahmen nimmt die Angst vor einer Überflutung des Baches und vollgelaufenen Kellern zu. Die Untere Wasserbehörde hat sich bei einem Ortstermin geäußert und kündigt einen Dialog an.

LÜNEN

, 03.09.2017, 04:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anwohner in Gahmen sorgen sich vor Überflutung

Die anwohner des Mahlbachs haben Angst vor vollgelaufenen Kellern.

„Vor sechs oder acht Wochen fehlte nicht mehr viel und die Wassermenge wäre für das Rohr zu viel gewesen“, schildert Ernst Beiteke am Dienstag bei einer Ortsbegehung. Eine Überflutung hätte gedroht. Wer gegen Naturschäden nicht versichert ist und den Schaden am Eigentum selbst tragen muss, für den könnten die finanziellen Folgen verheerend sein.

Beiteke, der 1959 ein Haus in der anliegenden Kaubrügge gebaut hat, erlebte schon einmal den Härtefall.

„Vor etwa 20 Jahren lief nach einem starken Regen der Keller voll.“ Jetzt kehrt die Angst, dass sich Ähnliches wiederholt, zurück. „Meine Sorge ist, dass sich das Wasser staut. Das Rohr hier ist halb voll Schlamm, da kann das Wasser nicht richtig abfließen.“

Untere Wasserbehörde klärt auf

„Ich bestehe darauf, dass das Rohr voll funktionsfähig ist, dann sind wir einen ganzen Schritt weiter“, fordert ein weiterer Anwohner.

Wie Marten Brodersen, Sachgebietsleiter der Unteren Wasserbehörde am Dienstag bei einem Ortstermin erklärte, müssen aber 20 Zentimeter als sogenanntes Sohlsubstrat für Kleintiere erhalten bleiben. Zumal der Unrat, der das Rohr verstopfen könnte, oft erst durch den Starkregen mitgerissen wird.

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Laut Brodersen ist der betroffene Bereich in der Nähe der Tennisplätze für ein „HQ100“ ausgelegt. Das bedeutet, dass der Durchfluss für eine Wassermenge und Pegelhöhe konstruiert ist, die bei einem einmal in 100 Jahren auftretenden Regenereignis erreicht wird. Hierbei handelt es sich aber nur um einen statistischen Mittelwert. Ob dieser Extremfall erst nach 100 Jahren oder bereits nächste Woche eintrifft, kann niemand sagen.

Stadt ist unterhaltungspflichtig

Und genau das alarmiert die Anwohner. „Wir werden mit der Stadt Lünen Kontakt aufnehmen“, kündigte Brodersen abschließend Gespräche an. Die ist nämlich als Kommune laut Brodersen unterhaltungspflichtig. Sie muss also über mögliche Veränderungen am Mahlbach entscheiden.

Die Stadt Lünen bestätigte in der Folge, dass es ein Gespräch geben solle. Um Hochwasser zu vermeiden, werde bei Überschreitung eines festgelegten Wasserstands der Wasserabfluss geteilt. Dann fließe ein Teil des Wassers Richtung Osten (alter Mahlbachverlauf) zu einem Regenrückhaltebecken. Unterhalb der Kaubrügge werde das Wasser dem Mahlbach dann wieder zugeleitet.

Als Eigentümerin des Grundstücks liege die Zuständigkeit für die Unterhaltung des Gewässers gemäß Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) bei der Stadt Lünen.

Sollten Baumaßnahmen am Mahlbach vorgenommen werden, benötige die Stadt eine wasserrechtliche Genehmigung. Die müsste durch die Untere Wasserbehörde des Kreises Unna erteilt werden.

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