Das Bild zeigt SAL-Chefin Daniela Fiege (v.l.) und Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (v.r.) Montagnachmittag im Gespräch mit Anwohnern der Straße „Auf dem Eigengrund“ in Lünen Süd. Durch den Starkregen waren hier am Sonntag wieder einmal etliche Keller voll Wasser gelaufen. © Storks
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Anwohner in Lünen-Süd rufen um Hilfe: „Eigengrund säuft wieder ab“

Wegen des Starkregens liefen Sonntag erneut etliche Keller „Auf dem Eigengrund“ in Lünen-Süd voll Wasser. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und SAL-Chefin Daniela Fiege waren vor Ort.

Nach 2006 und 2018 war es Sonntag (4. Juli) erneut soweit – die in einer Senke liegende Straße „Auf dem Eigengrund“ in Lünen-Süd glich einmal mehr einer Seenplatte. Wie schon in den Vorjahren schüttete es Sonntag gegen 13 Uhr für etwa eine halbe Stunde wie aus Eimern und innerhalb kürzester Zeit liefen zahlreiche Keller in der Eigenheimsiedlung voll mit Regenwasser, das auch aus dem Kanalnetz wieder an die Oberfläche gelangte und über die Straßenoberfläche in einige Häuser geflossen war.

Nach Angaben der Feuerwehr von Sonntagabend waren die Keller der Häuser mit den Nummern 1 bis 23 vollgelaufen. „Wir hatten allein in dieser Straße neun Einsatzorte“, sagte ein Feuerwehrsprecher auf Anfrage unserer Redaktion: „In der Straße haben wir bis 19 Uhr in 9 Häusern Wasser aus dem Keller gepumpt.“

In ihrer Not und voller Ärger setzten die Anwohner noch am Sonntagabend gegen 19.30 per E-Mail einen Hilferuf an Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und Daniela Fiege, seit 2018 Vorstand des Stadtbetriebs Abwasserbeseitigung Lünen (SAL), ab. In dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, und von Friederike Walf, 1. Vorsitzende der Siedlergemeinschaft „Auf dem Eigengrund“, gesendet wurde, heißt es unter anderem: „Der Eigengrund säuft nach 2018 am heutigen Tage erneut ab. Wieder steht das Wasser in der Kurve Oberschenkelhoch. Nur durch das Entfernen eines Gullideckels sind die Wassermassen überhaupt erst abgelaufen. Wieder traf es Familie Illner und die Kurve/Senke besonders schlimm. Diesmal war es sogar noch schlimmer als 2018. Die Schäden damals beliefen sich auf circa 40.000 Euro, diesmal wird es wohl noch mehr. Der Putz platzte von den Wänden und das Wasser floss nur so in den Keller.“

Ein paar Zeilen weiter stellen sich die Siedler dann „die Frage, was seit 2018 hier eigentlich passiert ist“ und dass sie sich „auch vorbehalten, rechtlichen Beistand in Anspruch zu nehmen und eine Sammelklage in Erwägung ziehen.“ Ob es dazu kommt, bleibt abzuwarten.

Denn wie Friederike Walf am Montagvormittag (5. Juli) gegenüber unserer Redaktion sagte, habe sie bereits ein Gespräch mit Daniela Fiege geführt. Die SAL-Chefin habe darin absolutes Verständnis für den Ärger der Anwohner gezeigt und diese, „corona-bedingt in begrenzter Anzahl“, zu einem Gespräch am Freitag (9. Juli) in die SAL-Räumlichkeiten an der Borker Straße eingeladen. Thema sollen dann auch kurzfristig einzuleitende Maßnahmen sein.

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Starkregen: Häuser Auf dem Eigengrund besonders betroffen

Zu den Ursachen für die vollgelaufenen Keller hielt sich Daniela Fiege auf Anfrage unserer Redaktion Montagvormittag bedeckt: „Darüber muss ich auch noch mit dem Lippeverband (Essen, Anm.d.Red.) reden.“ Der Verband betreibt das für Lünen-Süd zuständige Pumpwerk Süggelbach. 2018 hatte es dort eine Störung gegeben, die mit dazu beigetragen hatte, dass sämtliche Keller voll Wasser liefen. „Wir müssen klären, ob dass dieses Mal auch der Fall war“, sagte Fiege weiter.

Am Nachmittag herrschte, was das Pumpwerk angeht, Klarheit. Bei einem Ortstermin in Begleitung von Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns erklärte die SAL-Chefin, dass das Pumpwerk einwandfrei funktioniert habe: „Das hat in vier Stunden 40.000 Kubikmeter gepumpt.“ Die Wassermassen von Sonntag seien einfach nicht zu bewältigen gewesen. Nach Auswertung der Wetterdaten durch Experten stehe fest, dass es sich um ein 50- bis 100-jähriges Wetter-Ereignis gehandelt habe. Soll heißen: So etwas passiert nur alle 50 bis 100 Jahre. Über geplante kurzfristige und langfristige Maßnahmen und deren Wirkung sollen die Anwohner am Freitag detailliert informiert werden.

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns sagte den Anwohnern die Hilfe der Stadt zu, „wo das geht. Im Augenblick ist es hierfür noch zu früh.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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