Theater und Corona in Lünen © Blaszczyk
Corona-Krise

Appell an die Kanzlerin: Kultur braucht einen Rettungsschirm

Viele Existenzen sind durch Corona bedroht. Auch die von Kulturschaffenden, die praktisch seit März nicht mehr arbeiten können. Deshalb gibt es jetzt einen offenen Brief an die Kanzlerin.

Die Kultursekretariate in NRW haben einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben. Sie fordern den Schutz der durch den Lockdown gefährdeten Kulturlandschaft. Der Kulturbereich werde von den pandemiebedingten Einschränkungen besonders schwer erschüttert, formulieren die Kultursekretariate in Gütersloh und Wuppertal, die gemeinsam rund 100 Mitgliedsstädte vertreten.

Viele Existenzen sind bedroht

Lünens Kulturdezernent Horst Müller-Baß ist zweiter Vorsitzender des Kultursekretariats Gütersloh und erklärt: „Die Zukunft vieler Kulturschaffender ist in Folge der vollständigen Schließung der Theater, Museen und anderer Einrichtungen mehr als unsicher. Viele Existenzen sind bedroht.“

In ihrem offenen Brief appellieren das Kultursekretariat NRW Gütersloh und das NRW Kultursekretariat (Wuppertal) als Institutionen der kommunalen Kulturförderung und Kulturpolitik an die Bundeskanzlerin, dass die Kulturlandschaft in Deutschland Schutz brauche.

Horst Müller-Baß ist stellvertretender Vorsitzender des Kultursekretariats Gütersloh, in dem Lünen Mitglied ist. © Kultursekretariat Gütersloh © Kultursekretariat Gütersloh

Nur mit vereinten Kräften können sie langfristig erhalten bleiben. Im Namen der Mitgliedsstädte formulieren die Kultursekretariate in dem Schreiben sieben Denkanstöße für die kulturpolitische Weichenstellung zum Schutz der Kultur. Allen voran fordern sie Bund, Länder und Kommunen dazu auf, einen nachhaltigen Rettungsschirm über die Kultur zu spannen, der gewährleistet, dass die in 2020 etablierten Hilfsmaßnahmen mindestens über die kommenden fünf Jahre für den Erhalt der kulturellen Infrastruktur fortgesetzt werden.

Mindestens ebenso wichtig sei eine differenzierte Vorgehensweise bei der Wiedereröffnung von Kultureinrichtungen. Weitere Aspekte betreffen die Stärkung von außerschulischen Bildungsangeboten, die Förderung neuer, spartenübergreifender Kulturformate und die gezielte Nutzung der Potenziale, die die Kultur für die Innenstadtentwicklung eröffnet.

Verteilungskampf um Fördermittel

Die Hilfsprogramme, die von Bund und Ländern in diesem Jahr schnell und unbürokratisch aufgelegt wurden, seien für die Kultur eine beachtliche Unterstützung, loben Horst Müller-Baß und der Vorsitzende vom Kultursekretariat NRW Gütersloh, Andreas Kimpel, gemeinsam mit Dr. Christiane Zangs und Jörg Stüdemann vom NRW Kultursekretariat (Wuppertal).

Es stehe allerdings zu befürchten, dass im Zuge künftiger Konsolidierungsmaßnahmen der Verteilungskampf um Fördermittel zu Ungunsten für die Kultur ausgehe und diese dann den Sparzwängen zum Opfer fallen werde. Dabei sei Kultur ein entscheidendes Element unserer Demokratie und damit in besonderer Weise schützenswert. „Die Hilfsmaßnahmen müssen daher dringend fortgesetzt und weiter ausgebaut werden“, so der Appell der Vorstände beider Kultursekretariate.

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