Atemschutz-Produktion angelaufen: Frauen nähen gegen das Coronavirus

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Sie sind gestreift, gepunktet oder kariert: Seit wenigen Tagen näht Sylvana Martens-Hohendorf gegen das Coronavirus an. Inzwischen hat sie fünf feste Mitstreiterinnen gefunden.

30.03.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den vergangenen Tagen war Sylvana Martens-Hohendorf mit dem Kampf gegen Corona beschäftigt. Ihr Mittel gegen die schnelle Ausbreitung des Virus: Masken nähen. Auch wenn die nur eingeschränkt Schutz bieten - alles ist besser als nichts.

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Also rief Martens-Hohendorf eine Nähaktion für Atemschutzmasken ins Leben und hat inzwischen - nach nur wenigen Tagen - fünf feste Mitstreiterinnen, die zuhause an ihren Nähmaschinen sitzen. Die Mutter aus Lünen-Süd hat inzwischen 30 Atemschutzmasken fertig. „Den ersten Tag“ nach dem Aufruf habe ich nur damit verbracht, am Telefon zu sitzen“, erzählt sie. Sie sei überrannt worden von Anfragen: Von Menschen, die anboten zu helfen, und anderen, die händeringend auf der Suche nach Masken waren. „Die brauchen alle was“, resümiert Martens-Hohendorf, „Caritas, DRK, Pflegedienste, Krankenhäuser, Apotheken“.

Den zweiten Tag hat sie von überall her Stoffreste eingesammelt. Darunter auch jede Menge Tischdecken, die ganz offensichtlich nicht mehr benötigt wurden.

Seitdem sitzt sie, wann immer es die Kinder zulassen, an der Nähmaschine. Inzwischen hat sie das erste Schnittmuster, das von der Stadt Essen für das Nähen von Atemschutzmasken ins Netz gestellt wurde, wieder verworfen, und dank einer Mitstreiterin und deren Blog im Internet („Zwinker Faden“) ein besseres Modell gefunden. „Es ist ein Schnittmodell, das ohne Draht auskommt“, erzählt sie. Das mache die Sache erheblich einfacher. Nicht alle, die nähen können und wollen, haben auch Draht zuhause. Und selbst wenn, stelle sich dann die Frage, wie kriege ich den in meine Maske? Und auch: Rostet der, wenn ich die Maske regelmäßig wasche?

Nach den Erfahrungen der vergangenen Tage bittet Sylvana Martens-Hohendorf darum, sie nicht zwingend anzurufen, sondern sich über WhatsApp (0179/89 58 509) oder per Mail (sylvana.martens-hohendorf@outlook.de) an sie zu wenden. Inzwischen gibt es auch eine von ihr initiierte eine Facebook-Gruppe mit dem Titel „Mundschutz nähen für Lünen und Umgebung“.

Nun also ein Modell ohne Draht. „Die sind zwar ein bisschen aufwändiger zu nähen, aber die Dinger sitzen super“, so Sylvana Martens-Hohendorf. „Mein Mann hat die Atemschutzmaske bereits Probe getragen“, erzählt sie. Ihr Mann Siggi hat das neue Modell bereits draußen getestet. Er kauft für hilfsbedürftige Menschen im Stadtteil ein und bringt die Einkaufstüten den Menschen nach Hause.

Wie viele Atemschutzmasken ihre Mitstreiterinnen inzwischen fertiggestellt haben, weiß Sylvana Martens-Hohendorf aktuell nicht. Tatsache ist, es wird genäht, was Mensch und Maschine hergeben. Um die Masken irgendwann auch an jene verteilen zu können, die sie am dringendsten brauchen, stehe sie in Kontakt mit dem Roten Kreuz sagt Sylvana Martens-Hohendorf. Dort habe man ihr zugesagt, die weitere Verteilung zu unterstützen.

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