Auf zwei Rädern etwas für die Umwelt und die Gesundheit tun

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Mobilität per Rad oder Pedelec- das ist gut für die Umwelt und sicher auch ein guter Vorsatz fürs neue Jahr. Wenn man sich ein neues Rad kaufen will, sollte man einiges beachten.

Lünen

, 04.01.2019, 05:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwas für die Umwelt und gleichzeitig für seine eigene Gesundheit tun - das kann man, wenn man statt mit dem Auto mit dem Rad oder mit dem Pedelec unterwegs ist. Wer sich überlegt, im Frühjahr ein neues Elektrorad anzuschaffen, sollte einiges bedenken, rät Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Verbraucherberatung,

Was das ist, erläutert sie in Fragen und Antworten.

? Wie sieht die Umweltbilanz Auto gegen Elektrorad aus?

„Wer das Elektrofahrrad regelmäßig nutzt und dafür das Auto stehen lässt, leistet einen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Jutta Gülzow. Zwar werden auch bei der Produktion eines Elektrofahrrads und beim Erzeugen des Ladestroms Treibhausgase verursacht, allerdings sind diese pro Kilometer 14-mal geringer als bei einem Pkw.

? Gibt es neue Modelle in diesem Jahr?

Im Frühling gibt es im Handel neue E-Rad-Modelle. Für die aufwändigere Technik müssen Käufer allerdings mehr bezahlen. Je nach Ausstattung können einige tausend Euro zusammenkommen.

? Was bedeuten die Begriffe Pedelec und E-Bike?

Am weitesten verbreitet sind sogenannte Pedelecs, bei denen die Radler mittreten müssen. Die Elektro-Unterstützung endet bei einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Umgangssprachlich ist oft von E-Bikes die Rede, wenn eigentlich Pedelecs (Abkürzung für Pedal Electric Cycle) gemeint sind. Verkehrsrechtlich sind Pedelecs Fahrräder. Das bedeutet, es gbt keine Führerschein-, Helm- und Versicherungspflicht. Radwege dürfen benutzt werden. S-Pedelecs (schnelle Pedelecs), die erst bei 45 Stundenkilometern abschalten, und E-Bikes, die auch ohne Treten fahren, gelten hingegen als Kleinkrafträder.

? Was sollte man beim Motor beachten?

Ein Mittelmotor, dessen Kraft über die Kette auf das Hinterrad übertragen wird, bietet den höchsten Fahrkomfort und die höchste Stabilität. Preiswertere Elektrorad-Modelle besitzen häufig einen Nabenmotor am Vorderrad. Nachteil dabei ist, dass das Vorderrad leicht durchdrehen oder wegrutschen kann. Beim Heckantrieb, der vor allem für sportliche Räder genutzt wird, sitzt der Elektromotor in der Hinterradnabe.

? Thema Akku - was sollte man da bedenken?

Der Akku ist ein wesentlicher Kostenfaktor beim Elektrorad. Allerdings ist leider wenig Verlass auf die Angaben der Reichweiten. Denn es hängt von vielen Faktoren ab, wie lange der Akku hält. Beispielsweise dem Gelände, der gewählten Unterstützung beim Treten sowie dem Gewicht von Fahrer und Ladung. „Eine bessere Orientierung bietet die Speicherkapazität, die in Wattstunden angegeben wird“, erklärt Jutta Gülzow. Kapazitäten für Pedelec-Akkus bewegen sich zwischen 300 und 500 Wattstunden. Viele Räder schaffen damit etwa 60 Kilometer. Vor dem Kauf sollte man prüfen, ob ein Ersatz-Akku erhältlich ist und wie viel er kostet.

? Wie kann man höchstmögliche Sicherheit erreichen?

Man sollte bedenken, dass das höhere Gewicht des Rades und der Antrieb durch den Elektromotor für ein anderes Fahrgfühl sorgen. Das schnellere Tempo birgt zudem ein höheres Unfallrisiko. Deshalb sind vorausschauendes Fahren und gute Bremsen besonders wichtig. Scheibenbremsen punkten durch ihre hohe Bremsleistung und eine hohe Haltbarkeit besonders, wenn das Rad schwer beladen ist oder bei E-Lastenrädern, Felgenbremsen (V-Brakes) sind günstiger und haben ein geringeres Gewicht. Vor dem Kauf empfiehlt Jutta Gülzow, dass man ausgiebig Probe fahren sollte, auch mit Motorunterstützung.

? Auf welches Prüfzeichen sollte man achten?

Das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) steht für eine hohe Produktsicherheit, die von einer unabhängigen Stelle geprüft wird. Allerdings ist diese Kennzeichnung bei Pedelecs noch nicht sehr verbreitet. Mit dem CE-Zeichen bestätigt der Hersteller die Einhaltung aller EU-Richtlinien. Das CE-Zeichen ist für Elektofahrräder Pflicht. Ohne dieses Zeichen dürfen die Zweiräder nicht verkauft werden. Seit 2017 sind sicherheitstechnische Anforderungen für Elektrofahrräder in der DIN EN 15194 festgelegt. Kunden sollten auf die Kennzeichnung des Rahmens beziehungsweise einer begleitenden Dokumentation mit DIN EN 15194:2017 achten.

Beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) gibt es umfangreiche Infos zum Thema Pedelecs. Die Stiftung Warentest hat Pedelecs getestet, Das entsprechende Heft kann man in der Lüner Verbaucherberatung, KIrchst. 12 einsehen.
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