Aufregung am Gymnasium Altlünen: Platanen werden abgeholzt

mlzBaumfällaktion

Ein für Mittwoch (6.2.) angekündigter Baumfälltrupp hat am Gymnasium Altlünen für Unruhe gesorgt. Zwei von sieben Platanen sollen weg. Der Schulleiter war offiziell darüber nicht informiert.

Nordlünen

, 06.02.2019, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sieben große, markante Platanen prägen das Bild der Schule an der Rudolph-Nagell-Straße. „Von der Nachricht, dass zwei gefällt werden sollen, war ich überrascht“, erklärt Schulleiter Reiner Hohl am Montag (4.2.) auf Anfrage. Der Hausmeister hatte von einem Unternehmer davon erfahren. Zunächst war sogar von vier betroffenen Platanen die Rede gewesen.

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Das hatte Schüler mobilisiert. Sie überlegten schon Protestaktionen, um die Bäume zu schützen. Nach einem Gespräch am Dienstag (5.2.) haben sich die Wogen wieder geglättet. Fakt ist: Zwei Platanen und drei Ahornbäume müssen weichen. Eine Platane steht im Weg, weil auf dem Gelände künftig die neue Kita gebaut werden soll. „Die Planung der Kita war nicht anders möglich“, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage.

Es handelt sich um die Kindertageseinrichtung Kleiner Kreisel mit vier Gruppen. Baubeginn soll im April sein.

Sorge um Standfestigkeit

Bei der anderen Platane gebe es große Bedenken hinsichtlich der Standfestigkeit. Sie ist schon recht schief. „Aus Sicherheitserwägungen heraus, gerade im Hinblick auf die zukünftige Nutzung des Geländes, wird sie ebenfalls gefällt“, so Spangardt.

Die Fällaktion sei ordnungsgemäß beantragt und genehmigt worden, heißt es seitens der Stadt. Es werde Ersatzpflanzungen geben.

Schule hat Gelände für Kita zur Verfügung gestellt

Am Dienstag (5.2.) haben sich alle Beteiligten auf dem Schulgelände getroffen. Prokurist Dr. Gerd Koch, Vertreter der Stadtwerke Lünen Grundstücksgesellschaft (SGL), war gekommen. Die SGL ist Bauherr der neuen Kita. Auch Susanne Limena von der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen GmbH (ZGL), Schulleiter Reiner Hohl, Schülersprecherin Ruth Kirschbaum sowie Biologielehrerin Beate Raberg nahmen daran teil.

„Wir haben die Bereitschaft erklärt, einen Teil unseres Geländes für die Kita zur Verfügung zu stellen“, so Hohl. Doch diese Gespräche seien schon vor einem Jahr gewesen. Bis zur letzten Woche habe er dann nichts mehr gehört.

Nach dem gemeinsamen Gespräch äußert er sich zufrieden. „Wichtig war uns, dass die Ersatzpflanzungen auch auf dem Gelände sein werden.“ Zudem gab es die Zusage seitens ZGL, die Haselnussbüsche „mit Augenmaß“ zu beschneiden.

Wegen Klausuren um eine Woche verschoben

Die Stadt betont, dass sie bei der Fällaktion Rücksicht auf den Schulbetrieb nehme. So sei der Termin eigens um eine Woche nach hinten verschoben worden, damit durch den Lärm keine Schüler während ihrer Klausuren gestört würden.

Auf dem Baugelände der neuen Kita Richtung Krempelbach müssen noch drei Ahorne gefällt werden. Auch diese Fällungen seien unter Auflagen genehmigt worden, betont die Stadt.

Baubeginn für die neue Kita soll im April sein.

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