Augenzeuge: "Opfer ist in meinen Armen verblutet"

Totschlag-Prozess

Ein 29-jähriger Lüner soll im August in der Dortmunder Nordstadt einen anderen Mann erstochen haben. Der Angeklagte will sich weiterhin an nichts erinnern. Doch nach der Vernehmung mehrerer Augenzeugen durch das Dortmunder Schwurgericht besteht kaum noch ein Zweifel an den Vorwürfen.

LÜNEN/DORTMUND

18.02.2015, 14:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Foto zeigt den Angeklagten im Gerichtssaal.

Das Foto zeigt den Angeklagten im Gerichtssaal.

Ein 59 Jahre alter Zeuge, der in jener verhängnisvollen Nacht auf dem Nordmarkt einige Flaschen Bier getrunken hatte, erinnerte sich am Mittwoch noch sehr gut an das Geschehen. Der Angeklagte sei wütend und enttäuscht gewesen, weil seine Freundin ihn verlassen hatte. „Er war sehr aufgeregt und sagte ständig, er müsse zu der Frau zurück und das alles klären“, sagte der Zeuge den Richtern. Als ein anderer Trinker den 29-Jährigen daraufhin angeherrscht habe, er solle doch endlich einsehen, dass es vorbei sei, eskalierte die Situation.

"Geblutet ohne Ende"

Der Augenzeuge: „Der Angeklagte ist hinter dem anderen Mann hergerannt und hat ständig gebrüllt, er würde ihn umbringen, wenn er ihn erwischen würde.“ Irgendwann sei der andere Mann wiedergekommen, habe sich neben ihn gesetzt, dann aber plötzlich gesagt, dass er sich unwohl fühle. „Dann ist er nach vorne in meine Arme gekippt. Er hat geblutet ohne Ende. Er ist sozusagen in meinen Armen verblutet“, sagte der Zeuge.

Die Staatsanwaltschaft hat den Lüner wegen Totschlags angeklagt. Schon am nächsten Verhandlungstag (26. Februar) sollen die Plädoyers gehalten werden. 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt