Auskunft aus dem Melderegister: In Lünen gibt‘s Namen und Adresse für 11 Euro

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Wer Namen und Anschrift einer Person in Lünen erfahren möchte, braucht sich nur an das Bürgerbüro zu wenden. Für 11 Euro gibt es dort entsprechende Auskünfte. Zu verhindern ist das kaum.

von Antonia Gutzmann

Lünen

, 14.10.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einfach so die Adressen, den vollen Namen oder gegebenenfalls den Doktorgrad der Bürger erfahren? Diese Auskünfte kosten in Lünen nur 11 Euro. Für den Schutz ihrer Daten müssen die Bürger selbst sorgen - wobei sie gegen bestimmte Auskünfte so gut wie nichts in der Hand haben.

In unserem Fragen und Antworten klären wir die wichtigsten Dinge rund um die persönlichen Daten der Lüner Bürger, und wie weit sie sich schützen können.

? Wer kann im Bürgerbüro nach Namen und Adressen fragen?

Bei der einfachen Melderegisterauskunft kann jeder ohne Angaben von Gründen für 11 Euro den Namen, den Doktorgrad und die aktuelle Adresse erfahren. Dabei muss die fragende Person lediglich anhand der übermittelten Daten eindeutig ermittelt werden können. Sollen diese Auskünfte für gewerbliche Zwecke verwendet werden, muss as angegeben werden. Für Werbung dürfen die Auskünfte gar nicht genutzt werden.

? Gibt es denn noch andere Auskunftsformen? Ja, und zwar die erweiterte Melderegisterauskunft: Hier können für 15 Euro weitere Angaben wie der frühere Name, die derzeitigen Staatsangehörigkeiten oder Einzugs- und Auszugsdaten verlangt werden. Dafür muss aber ein „berechtigtes oder rechtliches Interesse“ nachgewiesen werden, zum Beispiel wenn es um die Eintreibung von Schulden geht.

? Wie kann ich verhindern, dass meine Daten herausgegeben werden? Eigentlich gar nicht. Ausgenomen von diesen Auskünften sind lediglich Personen, für die eine „Auskunftssperre wegen schutzwürdiger Belange“ eingetragen ist. Das passiert zum Beispiel, wenn Gefahr für Leib und Seele der Person besteht. Eine solche Auskunftssperre kann im Bürgerbüro beantragt werden, die Genehmigung ist aber mit hohen Hürden versehen.

? Wer fragt im Normalfall meine Daten ab? Zum Beispiel Parteien und Wählergruppen im Zusammenhang mit Wahlen und Abstimmungen: Sie können sechs Monate vor einer Wahl Vor- und Nachnamen, den Doktorgrad und die Anschrift von Bürgern anfordern. Ihnen wird aber keine Auskunft zum Geburtsdatum gegeben. Die Daten müssen spätestens einen Monat nach der Abstimmung gelöscht oder vernichtet sein.

? Und wer noch? Unter anderem Adressbuchverlage, die zum Beispiel Telefonücher veröffentlichen: Die Verlage können Vor- und Nachnamen, Doktorgrad und die derzeitige Anschrift eines jeden volljährigen Bürgers erfragen. Diese dürfen dann allerdings nur zur Herausgabe von Adressbüchern genutzt werden. Nach dem „Soldatengesetz“ übermitteln die Meldebehörden außerdem dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr jährlich bis zum 31. März Vor- und Familienname und gegenwärtige Anschrift zu Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die im nächsten Jahr volljährig werden.

? Und dagegen gibt es keinen Schutz? Doch, in diesem speziellen Fällen schon. Der Weitergabe der Daten an Bundeswehr, Adressbuchverlage oder Parteien kann der Betroffene gemäß § 36 Absatz 2 Bundesmeldegesetz widersprechen. Dieser Widerspruch muss schriftlich an das Bürgerbüro der Stadt Lünen gerichtet sein oder zur Niederschrift im Rathaus im Raum 33 eingelegt werden. Dort liegen Vordrucke zu diesem Zweck. Der Widerspruch gilt bis zum Widerruf des selbigen.

? Wo bekomme ich weitere Infos? Die Stadt Lünen hat auf ihrer Homepage eine Übersicht zum Melderegister sowie zu den möglichen Anfragen und deren Kosten zusammengestellt.

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