Ausnahmezustand in Versicherungsbüros

LÜNEN An ein vergleichbares Schadensereignis wie Kyrill kann sich Carlo Schlüter nicht erinnern. „Ich glaube nicht, dass wir so etwas schon einmal hatten“, sagt der Inhaber einer Agentur der Provinzial-Versicherung.

von Von Peter Fiedler

, 17.01.2008, 13:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Carlo Schlüter: Nach Kyrill herrschte bei den Versicherungen Ausnahmezustand.

Carlo Schlüter: Nach Kyrill herrschte bei den Versicherungen Ausnahmezustand.

Allein in seiner Geschäftsstelle gingen in den Tagen und Wochen nach dem Sturm rund 1200 Schadensmeldungen ein. „Vielen Kollegen ging es ähnlich“, berichtet Schlüter. Nach Kyrill herrschte Ausnahmezustand im Büro. „Wir haben etwa zwei Wochen lang mit fünf Leuten am Telefon gesessen, alles andere blieb praktisch liegen.“

Keine Zeit für Schadens-Besichtigung

Der Orkan fegte das normale Prozedere einer Schadensabwicklung über den Haufen. Deckungszusagen gab es laut Schlüter in den meisten Fällen telefonisch, für eine Besichtigung des Schadens vor Ort blieb keine Zeit. Für Schlüter war überraschend, dass vergleichsweise wenige Beschädigungen an Dächern gemeldet wurden. „Etwa 80 Prozent der Schäden sind durch umgestürzte Bäume hervorgerufen worden, die auf Gebäude, Zäune, Carports, Autos usw. stürzten“, so der Versicherungsmann. Die Schadensabwicklung habe in einzelnen Fällen noch bis September/Oktober 2007 gedauert. Kyrill war ein Orkan mit langem Atem.

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