Ausweg aus Finanznot führt 19-Jährige aus Lünen auf kriminelle Abwege

mlzAmtsgericht Lünen

Ihre kriminelle Karriere hatte noch gar nicht richtig begonnen, da war sie schon wieder zu Ende. Zerknirscht hat sich eine 19-jährige Lünerin vor Gericht gezeigt. Strafe gab es trotzdem.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 17.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ihre Freundin tat es ständig – sie beging Ladendiebstähle und verkaufte die Beute über das Internet. Das nahm sich eine junge Lünerin zum Vorbild und griff in einem Dortmunder Geschäft zu. Sie hatte Pech, wurde erwischt und stand nun vor Gericht.

Die Unterhaltszahlungen ihres Vaters kamen nur unregelmäßig, finanzielle Nöte begleiteten die 19-Jährige auf Schritt und Tritt. Die Versuchung, es ihrer Freundin gleichzutun, wurde am Nachmittag des 27. September einfach zu groß. In der Dortmunder Filiale einer Modekette steckte sie ein T-Shirt und eine Jacke im Wert von knapp 170 Euro in ihre Tasche und versuchte, den Laden unbemerkt zu verlassen. Ihr Plan scheiterte.

Gleich beim ersten Versuch ertappt

„Es tut mir leid. Das war nicht wirklich überlegt, war doof“, betonte die Lünerin nun in ihrer Verhandlung vor dem Amtsgericht. Ihre Freundin sei offenbar nie ertappt worden, sie selbst gleich beim ersten Versuch. Das Ganze war ihr peinlich. So peinlich, dass sie sich auch nicht ihrer Mutter habe anvertrauen wollen. Deren Enttäuschung wäre zu groß gewesen. Überhaupt: „Ich weiß ja selbst, dass ich einen Fehler gemacht habe.“

Geständnis, Einsicht und der Umstand, dass sie keine Vorstrafen hatte, standen an den Tag gelegter krimineller Energie gegenüber. In dem Fall beließ es der Jugendrichter es bei einer Verwarnung und 20 Sozialstunden.

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