Auszeichnungen für Kinofest-Filme

mlzBayerischer Filmpreis

Freude bei den Machern des Lüner Kinofestes - zwei Filme, die im November beim Festival in Lünen gelaufen sind, haben den renommierten Bayerischen Filmpreis bekommen.

Lünen

, 28.01.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kinofestleiter Mike Wiedemann und sein Stellvertreter Sven Ilgner hatten wieder mal den richtigen Riecher. Die Jury des Bayerischen Filmpreises zeichnete zwei Filme aus, die im November auch das Lüner Publikum begeistert haben. „Da haben wir doch ,auf die richtigen Pferde gesetzt`,“ meinte Wiedemann nach der Preisverleihung in München.

Den Bayerischen Filmpreis für die Beste Bildgestaltung bekam Benedict Neuenfels für den Film „Styx“. Neuenfels hatte den Film über eine Ärztin, die auf einer einsamen Segeltour auf dem Atlantik ein Flüchtlingsschiff entdeckt, das heillos überfüllt ist, bei der „Vorfreude“ den Sponsoren und Unterstützern des Kinofestes vorgestellt. Die Zuschauer an diesem Abend waren ebenso beeindruckt wie die Zuschauer beim Kinofest selbst.

Besonnene Einstellungen gelobt

Die Jury des Bayerischen Filmpreises sah das genauso. Aus ihrer Begründung: „Der Schauplatz des Meeres ist auf das Wesentliche reduziert und wirkt archaisch. Ganz nach dem Leitsatz „Kino ist Körper in Bewegung“ gelingt es dem Bildgestalter authentisch und in langen, besonnenen Einstellungen die Notlage der Protagonisten zu veräußerlichen und den körperlichen Kraftakt spürbar zu machen. […] „Styx“ ist ein großes Stück Gegenwartskino, das uns dank dieser hervorragenden Bildgestaltung die brisanten Themen Flüchtlingskrise, Menschlichkeit und Verantwortung schmerzlich nahebringt.“

Schauspieler Alexander Scheer bekam ebenfalls den Bayerischen Filmpreis - als bester Darsteller für Andreas Dresens Film „Gundermann“, in dem Scheer die Titelrolle verkörpert. Scheer ist Lüner Kinofest-Fans bestens bekannt, allerdings in einer ganz anderen Rolle. Vor einigen Jahren war er zusammen mit Volker Lechtenbrink bei der Uraufführung des Familienfilms „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ in Lünen. Scheer spielte den Weihnachtsmann. Auch „Gundermann“ lief im Programm des 29. Kinofestes im November.

Auszeichnungen für Kinofest-Filme

Uraufführung beim Kinofest: Mit den Kollegen Gruschenka Stevens und Volker Lechtenbrink präsentierte Alexander Scheer (r.) den Familienfilm „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“. © Beate Rottgardt

Die Jury in München war folgender Meinung zu „Gundermann“: „Ich spiel dir den, mit allem was ich habe!“ hat Alexander Scheer dem Regisseur Andreas Dresen versprochen. Und dieses Versprechen hat er gehalten! Alexander Scheer hat sich den Liedermacher Gundermann „übergezogen“ wie eine zweite Haut: hochengagiert, sensibel, seltsam, zerrissen und stark zugleich. Wie Alexander Scheer hier die Waage zwischen Drama und Komödie auslotet und dabei auch noch musikalisch hundertprozentig überzeugt, ist beeindruckend und berührend.“

Kinofest-Empfang in Berlin

Derzeit bereiten Wiedemann und Ilgner den Kinfoest-Empfang bei der „Berlinale“ vor. Am Montag, 11. Februar, werden sie im Kino in den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte den Lüdia-Gewinner von 2018, den Dokumentarfilm „Klasse Deutsch“ von Florian Heinzen-Ziob, zeigen. Zuvor läuft „Follower“ von Jonathan Behr. Der Kurzfilm hat den Preis „Erste Hilfe“ gewonnen.

Im Anschluss an die Filme findet dann der traditionelle Empfang im „Oxymoron“ in den Hackeschen Höfen statt. Dazu werden Filmschaffende, aber auch Gäste aus Lünen erwartet. Wiedemann: „Es wird noch ein Preis übergeben, weil der Preisträger im November nicht zur Abschlussgala kommen konnte.“ Bei der Berlinale werden Wiedemann und Ilgner auch wieder zahlreiche Filme sehen, von denen einige vielleicht dann im November auch in Lünen gezeigt werden.

  • Über die Preisträger des Bayerischen Filmpreises entscheidet eine unabhängige Jury. In diesem Jahr waren die Juroren: Dagmar Biller, Daniel Curio, Dorothee Erpenstein, Suzanne Hermanski, Rudolf Huber, Maggie Peren, Bettina Reitz, Bettina Ricklefs, Gernot Roll, Jule Ronstedt und Tomasz Emil Rudzik.
  • Der begehrte Pierrot, die Figur des Bayerischen Filmpreises, wurde in 13 Kategorien vergeben. Dotiert ist der Preis mit insgesamt 300.000 Euro.
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