So sieht es an der A2 Anschlussstelle aus. © Güther Goldstein
Straßenbau

Autobahnanschluss für Lünen-Süd: Die Arbeiten ruhen wieder an der A2

Die Pläne sind 40 Jahre alt, aber nur halb verwirklicht. Die A2 hat in Dortmund-Lanstrop nur eine Anschlussstelle in eine Richtung. Das sollte sich jetzt ändern. Aber die Arbeiten ruhen.

Die Anschlussstelle der A2 in Dortmund-Lanstrop ist bundesweit bekannt – nicht, weil sie allen Verkehrsteilnehmern einen Blick auf das Lanstroper Ei gewährt: diesen Wasserturm mit stählernem Fachwerk. Oder weil sie die schnellste Verbindung zur großen Deponie Dortmund-Nordost bildet: Die Anschlussstelle Nummer 14 ist vielmehr als Kuriosum bekanntgeworden. Denn sie existiert nur zur Hälfte. Nach fast 40 Jahren sollte sich das jetzt ändern und aus der halben eine komplette Anschlussstelle werden. Doch die im August begonnenen Arbeiten ruhen schon wieder.

1983 fing alles an – noch mit einer kompletten Anschlussstelle

Warum das denn? Das wollten auch Mitglieder des Lüner Stadtrates wissen. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns zuckte aber mit den Schultern. Die Baumaßnahme liege nicht in Händen der Stadt, sondern des Landesbetriebs Straßen NRW. Die Verzögerung damit auch. Dass es überhaupt so einen langen Anlauf brauchte, um auf der Grenze zwischen Lünen und Dortmund nicht nur aus Richtung Oberhausen abzufahren, sondern auch in diese Richtung aufzufahren, lag durchaus an Lünen.

Beim Rückblick auf das Bauprojekt macht der Landesbetrieb Straßen NRW deutlich, dass die mit der Planung beauftragten Ingenieure Anfang der 1980er-Jahre nicht einfach die Hälfte vergessen hatten. Dass damals nicht mehr gebaut wurde, lag an einer Sorge aus Lünen.

Seit 26 Jahren fließt der Verkehr ab

Die Stadt hatte befürchtet, dass eine Auffahrt auf die A2 in Richtung Oberhausen den Verkehr auf den Straßen in Lünen überlaste. Deshalb sprachen sich die damaligen Verantwortlichen gegen die Pläne der Dortmunder Nachbarn aus. Die Dortmunder Interessen waren klar: den Entsorgungsverkehr an ihrer Mülldeponie in Lanstrop verbessern. Das ging auch mit einer halben Anschlussstelle. Seit 1994 fahren die Müllwagen der Entsorgung Dortmund die Deponie zu einem Großteil über die Autobahn an, verlassen sie aber über innerstädtische Straßen.

Um die Jahrtausendwende wuchs die Erkenntnis, dass eine Anschlussstelle auf der anderen Seite auch für Lünen Vorteile haben könnte. Anfang des Jahres 2010 gab der Bund grünes Licht für den Bau der zweiten Anschlussstelle. Ihr Name trägt der Lage Rechnung: also nicht etwa wieder Lanstrop, sondern Lünen-Süd. Seit 2019 gibt es Baurecht. Die Ausschreibungen und Vorarbeiten konnten beginnen. Nach zwischenzeitlicher Betriebsamkeit herrscht inzwischen aber wieder Arbeitsruhe an der A2.

„Im Frühjahr 2021 beginnt der Bau der Rampe“

Für Elmar Kok vom Landesbetrieb Straßen NRW läuft alles wie geplant. Corona habe nichts mit der Unterbrechung zu tun, eine Umstrukturierung innerhalb der Landesbehörde für den Straßenbau auch nicht. Auf Anfrage blickt er zurück in den August 2020. Damals hätten Versorgungsfirmen damit begonnen, eine Trinkwasserleitung mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern zu verlegen. Parallel dazu sei die Ausschreibung zur Herstellung der Auf- und Abfahrtsrampe für die Autos erfolgt. Das sei der aktuelle Stand. Sobald die Frostperiode beendet sei, werde im Frühjahr mit dem Bau dieser Rampe begonnen.

Um sie später an die A 2 anzuschließen, braucht es eine weitere Baumaßnahme. Die Ausschreibung dafür werde gerade erstellt, sagt Kok. „Dazu gehört auch der Lärmschutz.“ An dem weiteren Zeitplan hält er fest: Im Sommer 2021 werde der Anschluss der Autobahn an die dann fertige Rampe erfolgen. „Die Arbeiten sollen wie geplant im kommenden Jahr abgeschlossen werden.“

Landesbetrieb: Spätestens 2022 ist alles fertig

Spätestens ab 2022 werden Autofahrer auf der Stadtgrenze zwischen Lünen Und Dortmund in beiden Richtungen auf die A 2 fahren und sie auch aus beiden Richtungen verlassen können. Und es gibt ein Kuriosum weniger.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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