Autofahren mit Corona-Mundschutz: Fahrer muss jederzeit erkennbar sein

mlzStraßenverkehr

Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes im eigenen PKW bildet die Ausnahme, kann laut ADAC aber Sinn machen. Es gilt aber laut der Polizei in Lünen auch das ein oder andere zu beachten.

Lünen, Selm

, 09.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist seit Anfang November das Tragen eines Mundschutzes deutschlandweit im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkauf Pflicht. Für Fahrten im eigenen PKW gilt das nicht. Auch dann nicht, wenn Personen unterschiedlicher Haushalte gemeinsam unterwegs sind.

„Es ist allerdings dringend ratsam, in diesem Fall Mund und Nase zu bedecken. Im Fahrschulunterricht oder bei Fahrprüfungen ist es sogar Pflicht“, heißt es dazu beim ADAC Nordrhein-Westfalen.

Der jüngste Beschluss von Bund und Ländern erlaube Treffen in der Öffentlichkeit nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes (maximal zehn Personen), schreibt der ADAC in einer Pressemitteilung weiter:

„Auch gemeinsame Autofahrten mit Personen außerhalb der Familie und des eigenen Hausstands sollten auf ein Minimum beschränkt werden.“

Bußgeld von 60 Euro

Bei unbedingt notwendigen Autofahrten mit Personen aus fremden Haushalten rät der Verkehrsclub seinen Millionen Mitgliedern dazu, einen Mund-Nase-Schutz im Fahrzeug zu tragen. Dabei muss der Fahrer allerdings darauf achten, dass das Gesicht erkennbar bleibt. Ansonsten droht unter Umständen ein Bußgeld von 60 Euro.

„Bei handelsüblichen, richtig angelegten Masken ist das Gesicht im Normalfall noch zu erkennen; hier gibt es eigentlich kein Problem“, erklären ADAC-Juristen.

Bei selbstgemachten Masken könne es jedoch vorkommen, dass diese das Gesicht zu sehr verdecken. Darüber hinaus sollten Brillenträger laut ADAC beachten, dass je nach Beschaffenheit des Mund-Nase-Schutzes beim Tragen die Gläser beschlagen können. Die Masken dürfen die Sicht nicht beeinträchtigen.

Vermummungsverbot gilt

„Wer sich mit einem Mundschutz hinter das Lenkrad eines Kraftfahrzeugs begibt, muss darauf achten, dass die ausschlaggebenden Gesichtszüge im Wesentlichen weiterhin erkennbar sind.“ Das sagte ein Sprecher der Polizei (Dortmund/Lünen) am Donnerstag (5. November) im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Fahrzeuglenker müsse jederzeit zu identifizieren sein, sagte der Sprecher weiter: „Da macht Corona keine Ausnahme.“

Nach Angaben des Polizeisprechers sollte man mit Blick auf das in Deutschland geltende Vermummungsverbot neben der Maske keine Mütze oder eine getönte Sonnenbrille oder gar beides tragen.

Das Vermummungsverbot untersagt den Teilnehmern von Demonstrationen, ihr Gesicht zu verdecken oder Gegenstände mitzuführen, die dazu bestimmt sind, das Gesicht zu verdecken und damit die Feststellung der Identität zu verhindern, beispielsweise Sturmhauben. In diesen Fällen, so der Polizeisprecher, drohe ein Bußgeld.

Fahrtenbuch

Wird mit einem Mundschutz eine Ordnungswidrigkeit begangen, läuft nach Angaben des ADAC Nordrhein-Westfalen das normale Bußgeldverfahren durch. Kann der Fahrer nicht ermittelt werden, droht dem Halter danach eine Fahrtenbuchauflage.

Auf die Frage der Redaktion, ob der Mundschutz bei der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten im Lüner Straßenverkehr ein Problem darstellt, antwortete Stadtsprecher Benedikt Spangardt:

„Nicht wirklich. Bei den von uns erfassten Geschwindigkeitsverstößen liegt der Anteil derjenigen, die mit Maske ‚geblitzt‘ werden unter fünf Prozent.“ Selbst wenn der Fahrer oder die Fahrerin eine Maske trage, in der Fahrschule und in Taxis ist das Pflicht, wäre im Normalfall über die obere Gesichtshälfte eine verlässliche Zuordnung möglich. „Im Rahmen der Anhörung hat uns gegenüber bisher noch niemand unter Berufung auf die Maske angegeben, nicht der Fahrer oder die Fahrerin gewesen zu sein.“

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