Autofahrer flüchtet vor der Polizei - Verfolgungsjagd mit Hubschrauber und Hundewelpem

Polizeieinsatz

Ein Autofahrer hat sich am Dienstagabend eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Die Umstände waren mehr als ungewöhnlich. Dabei spielte auch ein Hundewelpe eine Rolle.

Lünen

29.10.2019, 20:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Autofahrer flüchtet vor der Polizei - Verfolgungsjagd mit Hubschrauber und Hundewelpem

ARCHIV - ILLUSTRATION - Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet am 11.09.2014 in Frankfurt (Oder) (Brandenburg). Foto: Patrick Pleul/dpa (zu dpa "Polizei in Ostprignitz-Ruppin braucht nach Notruf am längsten" vom 28.11.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit © picture alliance / dpa

Das Gute vorweg: Bei dieser Flucht und dem Angriff auf Polizeibeamte wurde niemand verletzt - auch nicht der Hundewelpe! Alles fing ganz harmlos an: Gegen 17:40 Uhr fiel Polizeibeamten an der Preußenstraße in Lünen-Horstmar der Fahrer eines Pkw Mercedes ins Auge, der während der Fahrt ein Handy in der Hand hielt und mit seinen Fingern über das leuchtende Display strich.

Grund genug ihn anzuhalten. Auf Höhe des Alten Postweges forderten die Beamten ihn dazu freundlich auf. Sie nahmen wahr, dass der Mann in seinen Innenspiegel schaute. Aber: Der Unbekannte drückte aufs Gaspedal und flüchtete in die Scharnhorststraße. Weiter ging es über die Straße An der Kohlenbahn. Im Bereich einer Einmündung schleuderte der Mercedes gegen einen geparkten Mazda und einen Stromverteilerkasten. Ein Blockadeversuch mit dem Streifenwagen scheiterte, weil der Tatverdächtige den VW Bulli der Polizeibeamten einfach rammte und seine Flucht unbeirrt fortsetzte. Kurz darauf kam es zu einem weiteren beabsichtigten Zusammenstoß des Mercedes mit dem Streifenwagen. Seine Flucht auf der Felge mit Funkenflug führte nach einem Wendemanöver - bei dem er seinen bereits in Mitleidenschaft gezogenen Vorderreifen verlor - weiter über die Preußen-, Lanstroper-, Quer- und Niederadener Straße in Richtung Osten.

In der Straße Auf den Kämpen war dann Schluss mit der Autoflucht. Kurz vor der Absperrschranke am Ende der Straße sprang der Fahrer aus dem noch rollenden Auto. Der Mercedes prallte gegen die Schranke - der Mann blieb unerwartet dann doch kurz stehen. Die Polizeibeamten näherten sich dem Unbekannten, um ihn festzunehmen.

Als der Zugriff erfolgen sollte, überraschte der Fremde erneut durch eine so nicht vorhersehbare Aktion: In seinen Händen trug er einen Hundewelpen, den er plötzlich wegwarf. Sichtlich irritiert von dem weggeworfenen Welpen hielten die Einsatzkräfte kurz inne. Allerdings hielt es sie nicht davon ab, den Mann zu ergreifen. Mit massivem Widerstand, Schlägen und Stößen wehrte er sich, riss sich los und flüchtete in ein Waldgebiet. Die Beamten verloren ihn aus den Augen und brachen die Verfolgung ab. Die weitere Suche blieb trotz eines Hubschraubereinsatzes erfolglos.

Die Polizeibeamten am Boden kümmerten sich dann um den Welpen und sammelten das in dem Gerangel verlorene Mobiltelefon sowie eine Kappe des Verdächtigen ein. Den Mercedes mitsamt persönlichen Gegenständen stellten sie sicher. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass die Kennzeichen für ein anderes Auto zugelassen sind.

Eine Vielzahl verschiedener Ermittlungsansätze brachte die Polizeibeamten dann schließlich auf die Personalien des Tatverdächtigen: Es handelt sich um einen 23-jährigen Mann aus Lünen. Warum er flüchtete, ist derzeit noch unbekannt. Die Polizei führt die Ermittlungen nun wegen Urkundenfälschung, Gefährdung des Straßenverkehrs und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte. Der Hund befindet sich in sicherer Obhut in einem Tierheim.

Der Sachschaden der während der gesamten Verfolgungsfahrt entstand, beläuft sich auf vorsichtig geschätzte 3000,- Euro.

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