Der Kassenautomat im Parkhaus Am Markt in Lünen auf der ersten Etage vor der Schranke nahm am Freitag (19.6.) kein Geld an. Im angrenzenden Servicebüro waren keine helfenden Mitarbeitenden anzutreffen. © Irina Höfken
Parken

Autos steckten in Lüner Parkhaus fest, keine Hilfe von Parkhauspersonal

Im Parkhaus am Markt in Lünen waren zwei der drei Kassenautomaten ausgefallen. Das verursachte einen Stau an der Ausfahrt, Autos steckten fest. Parkhauspersonal war nicht anzutreffen.

1,20 Euro sollten Peter Neumann und seine Frau bezahlen, als sie am Freitagvormittag (19.6.) gegen 11.30 Uhr das Parkhaus am Markt in der Lüner Innenstadt mit ihrem Auto verlassen wollten. Normalerweise kein Problem, denn drei Kassenautomaten stehen zum Bezahlen zur Verfügung. Doch das half Peter Neumann nicht weiter. Zwei Automaten waren defekt und nahmen kein Geld an. Das sorgte für einen unfreiwillig längeren Parkhausaufenthalt.

Auch der Kassenautomat auf der Saturn-Etage soll am Freitag (19.6.) außer Betrieb gewesen sein.
Auch der Kassenautomat auf der Saturn-Etage soll am Freitag (19.6.) außer Betrieb gewesen sein. © Irina Höfken © Irina Höfken

Auf der Suche nach einem funktionierenden Kassenautomaten mussten Neumann und andere Parkhausgäste sich auf eine zeit- und nervenraubende Odyssee begeben. Unterstützung vom Personal des Parkhausbetreibers Contipark habe es nicht gegeben, so Neumann im Gespräch mit der Redaktion.

Er habe zunächst am Automaten auf der Saturn-Etage im Erdgeschoss den Preis für die Parkdauer begleichen wollen. „Der Automat war allerdings außer Betrieb. Aus diesem Grund bin ich nach oben gegangen, während meine Frau noch unten gewartet“, erinnert er sich . In der ersten Etage – am Automaten direkt vor der Schranke – habe Neumann drei oder vier weitere Menschen getroffen, die ihr Parkticket bezahlen wollten.

Unbesetztes Service Büro: kein Personal vor Ort

Doch auch bei dem Automaten auf der ersten Etage sei es zu Problemen gekommen. „Ich konnte nur einen Teil des Geldes einwerfen. Das restliche Kleingeld hat der Automat nicht mehr angenommen.“ Zu diesem Zeitpunkt sei schon fast eine halbe Stunde verstrichen. Das Service-Büro der Betreiberfirma Contipark mit Sitz in Berlin sei nicht besetzt und damit kein Personal vor Ort gewesen. Auch bei unserem Besuch am Dienstagvormittag (22.6.) waren keine Mitarbeitenden anzutreffen.

An der Tür befand sich lediglich ein Schild mit den Hinweis „Bitte klopfen“. Eine Reaktion erfolgte allerdings nicht. Weitere Kontaktmöglichkeiten waren nicht anzufinden. Eine Anfrage unserer Redaktion, zu welchem Zeitpunkt das Service-Büro besetzt ist, ließ die Presseabteilung von Contipark bis zum Freitag (25.6.) unbeantwortet.

Mitarbeitende an der Hotline helfen nicht weiter

Genau aus diesem Grund habe Neumann den Informations-Knopf am Kassenautomaten betätigt und in der Folge auch mit Mitarbeitenden sprechen können. Hilfe habe er allerdings keine bekommen. „Die Menschen an der Hotline waren uninteressiert“, sagt der Parkhausgast verärgert. Auch dazu äußerte sich die Betreiberfirma bislang nicht.

Erst an einem dritten Kassenautomaten am Parkhauseingang zur Markstraße habe Neumann bezahlen können (am Dienstag waren die zuvor defekten Automaten wieder in Betrieb). Mit dem Auto sei er trotzdem nicht herausgekommen.

Blockierte Ausfahrt verlängert Parkhausaufenthalt

Denn vor der verschlossenen Schranke hatte sich eine lange Schlange gebildet – ausgelöst durch eine Frau, die sich entgegen der Hinweise ohne zu bezahlen an die Schranke gestellt hatte. Neumann vermutet, dass sie den naheliegenden, aber defekten Kassenautomaten nutzen wollte. Es habe mehrere Minuten gedauert, bis sich die Schlange aufgelöst hatte – zu lange, aus Neumanns Sicht.

Auch der Kassenautomat direkt an der Ausfahrt des Parkhauses war laut Schilderunger von Peter Neumann ausgefallen.
Auch der Kassenautomat direkt an der Ausfahrt des Parkhauses war laut Schilderunger von Peter Neumann ausgefallen. © Irina Höfken © Irina Höfken

Er sah die Gefahr, im Notfall nicht schnell genug aus dem Parkhaus herauszukommen. „Wenn bei der Hitze jemand zusammengebrochen wäre, wäre ein schneller Abtransport durch einen Krankenwagen nicht möglich gewesen“, vermutet er.

Wie das Vorgehen bei einer blockierten Ausfahrt aussieht, ließ Cotipark ebenfalls offen. Erst etwa eine Stunde nach dem ersten Bezahlversuch konnten Neumann und seine Frau das Parkhaus nach einer unfreiwilligen Aufenthaltsverlängerung verlassen.

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