B54-Ausbau in Lünen: Westermanns ist auf die Großbaustelle vorbereitet

mlzDortmunder Straße

Zwei Jahre lang eine Baustelle vor der Haustür - für Gastronomen ein Graus. Beim „Westermanns“ an der B54 haben sich die beiden Geschäftsführer lange auf das Szenario vorbereitet.

Lünen

, 03.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die B54 wird zwischen der Einmündung Kupferstraße und der Kreuzung mit der B236 zwei Jahre lang saniert und erweitert. Das hat Folgen: Das Antiquitätengeschäft Denter muss nach eigener Aussage deshalb schließen, das Haus hat der Landesbetrieb Straßen NRW erworben. Ein Abriss ist wahrscheinlich, laut Straßen NRW aber noch nicht offiziell beschlossen.

Dem benachbarten Restaurant „Westermanns“ droht dieses Schicksal nicht. Das hatte Geschäftsführerin Anke Westermann auf Anfrage der Redaktion bereits einen Tag nach der Nachricht zum Haus Denter bestätigt. Im Gegenteil: Wie ihr Geschäftsführer-Kollege Manuel Kraas (36) im Gespräch mit unserer Redaktion betont, hat man sich seit Jahren auf die Erweiterung der B54 vorbereitet: „Im Grunde sind alle Planungen, die wir seitdem angestrengt haben, darauf ausgerichtet.“

Anke Westermann und Manuel Kraas leiten seit 2008 das Westermanns.

Anke Westermann und Manuel Kraas leiten seit 2008 das Westermanns. © Magdalene Quiring-Lategahn

Neuer Eingang, neue Adresse

Es fing damit an, dass man vor einigen Jahren sämtliche Eingänge zur Dortmunder Straße geschlossen hat. „Da sind jetzt nur noch Notausgänge“, so Kraas. Stattdessen sei der Haupteingang zum Parkplatz verlegt worden, der über die Straße An der Wethmarheide zu erreichen ist. Seitdem lautet auch die offizielle Anschrift des Westermanns „An der Wethmarheide 120“.

Die Adresse hat sich geändert, der Stil hingegen nicht. „Es geht um Details. Die Stühle sind keine Massenproduktion, die Lampen sind Originale.“ Stoffservietten gehören zum Standard, ebenso wie täglich frische Blumen. „Genau wie das Restaurant wollen wir auch den Service weiterentwickeln“, so Manuel Kraas, der selbst gelernter Hotelkaufmann ist und die Leitung des damaligen Haus Westermann 2008 mit Anke Westermann übernommen hat. „Wir haben später den Namen in ,Westermanns‘ geändert, um es etwas moderner zu gestalten“, nennt der Geschäftsführer den nächsten Entwicklungsschritt.

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Eine weitere Maßnahme war der Anbau des Wintergartens. Der diente nicht nur der Erweiterung der Kapazität auf aktuell 165 Plätze, sondern auch dem Schallschutz für den dahinter entstandenen Biergarten. Ein Wasserlauf plätschert dort vor sich hin. „So hat man einen etwas angenehmeren Geräuschpegel.“

Genau wie Anke Westermann geht auch Manuel Kraas davon aus, dass sich der Umbau der B54 am Ende positiv auf das Westermanns auswirken wird: „Die Maßnahme dient ja dazu, den Verkehr zu entzerren. Und wir bekommen einen Grünstreifen zwischen uns und der Straße - ich weiß gar nicht, ob es das in der Geschichte dieses Hauses schon einmal gegeben hat.“

Das Schild markiert die alte Hausgrenze. Zwischen der B54 und dem Restaurant wird es künftig einen Grünstreifen geben.

Das Schild markiert die alte Hausgrenze. Zwischen der B54 und dem Restaurant wird es künftig einen Grünstreifen geben. © Günter Blaszczyk

Die Dortmunder Straße ist für das Restaurant „Fluch und Segen zugleich“, wie Manuel Kraas sagt. Denn natürlich ist es gerade zu den Stoßzeiten laut. Aber die lägen morgens zwischen 7.30 und 9 Uhr, nachmittags um 16.30 Uhr. „Zu den Zeiten, an denen normalerweise die Gäste zu uns kommen, ist auf der Straße eigentlich nichts los.“ Und Hotelgäste freuen sich über den kurzen Anreiseweg.

Mit Blick auf die reine Lärmbelästigung geht Kraas davon aus, dass es keinen Unterschied zwischen der Baustelle und dem normalen Verkehr gibt.

Corona als große Unbekannte

Schwierigkeiten könnten mögliche Verkehrsbehinderungen machen. „Dabei kann man uns nach wie vor gut erreichen - wer von Lünen kommt, biegt vorher ab, wer aus Richtung Dortmund kommt, kann über Königsheide und Brambauerstraße fahren.“ Und selbst von der B236 würde man auch zu Baustellenzeiten das Westermanns erreichen können.

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30 Mitarbeiter beschäftigt das Geschäftsführer-Duo an seinen Standorten in Lünen und Dortmund (Kaiserstraße). „Wir haben immer wieder sukzessive erweitert, und das hatten wir vor Corona auch in Lünen vor“, sagt Manuel Kraas. Doch die Pandemie habe diese Pläne erst einmal gestoppt. Acht Wochen lang war im Restaurant das Licht aus, das Geschäft bestand ausschließlich aus Essenslieferungen. Manuel Kraas und Anke Westermann werden Ende des Jahres einen Strich unter die Rechnung setzen. „Dann wissen wir, wo wir stehen.“

Öffnungszeiten und Kontakt

  • Das „Westermanns“ hat täglich von 11 bis 23 Uhr geöffnet (Küche bis 22 Uhr).
  • Kontakt: Tel. (02306) 12460.
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