Baustelle vor der Haustür? Die große Übersicht für die Stadt Lünen

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Ein neues Portal soll eine Übersicht aller aktuellen und geplanten Straßenbaustellen bieten. Anlass ist nicht nur die Information für die Bürger, sondern auch eine verbesserte Koordination.

Lünen

, 05.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schilder und Absperrungen, die zunächst nur am Straßenrand deponiert werden, machen nicht nur Anlieger nervös: Auch Autofahrer befürchten, dass es im ohnehin schon stark vom Stau gebeutelten Lünen demnächst zu weiteren Verkehrsbehinderungen kommen wird. „Was ist denn jetzt da los?“, lautet die häufige Frage. Antworten soll nun ein neues Online-Portal der Stadt geben.

Bisher hatten Stadtverwaltung, Stadtwerke und der städtische Abwasserbetrieb SAL zwar ihre eigenen Baustellen aufgelistet - wer ein umfassendes Bild haben wollte, musste jedoch jede Homepage einzeln aufrufen und dort dann auch erst die nicht immer prominent platzierte Baustellenübersicht finden.

Deshalb haben sich die drei Einrichtungen auf einen gemeinsamen Auftritt geeinigt, der zentral über die Adresse www.luenen.de/baustellen zu erreichen ist. Der Anstoß kam von SAL-Chefin Daniela Fiege: „Bürgerinnen und Bürger möchten frühzeitig wissen, ob eine Baustelle ansteht und ob sie Beiträge zahlen müssen.“

Das neue Baustellenportal von Stadt Lünen, Stadtwerken und Städtischen Abwasserbetrieben ist online.

Das neue Baustellenportal von Stadt Lünen, Stadtwerken und Städtischen Abwasserbetrieben ist online. © Stadt Lünen

Keine vollständige Auflistung

Dort sind nicht nur Lünens derzeit aktive Baustellen zu sehen - laut Portal sind es derzeit drei -, sondern auch die bis 2021 geplanten Maßnahmen. Ein Link führt zu einer Detailseite, auf der Nutzer Umfang, Dauer und Beschlussgrundlage der jeweiligen Maßnahme nachvollziehen können. Auch die passenden Ansprechpartner für weitergehende Fragen sind dort genannt.

Neben den städtischen Baustellen sollen auf dem Portal auch Maßnahmen zum Beispiel von Straßen NRW berücksichtigt werden. Das scheint aktuell jedoch noch nicht der Fall zu sein - der im Sommer mit dem Regenrückhaltebecken gestartete Ausbau der B54 beispielsweise ist (noch) nicht aufgeführt.

Zur Übersicht über aktuelle und kurzfristig anstehende Maßnahmen möchte die Stadt den Service ab Juli 2020 erweitern und auch eine mittelfristige Planung digital zugänglich machen. Die Liste zeigt dann die Straßen an, die in den kommenden fünf Jahren „voraussichtlich durch Baumaßnahmen beeinträchtigt werden“, wie es seitens der Stadt heißt.

Dazu gehört auch die Information, ob für das entsprechende Projekt die Anlieger im Rahmen des Kommunalen Abgabengesetzes (KAG) zur Kasse gebeten werden. Wie teuer es dann letztlich wird, erfahren die Betroffenen allerdings erst durch den Bescheid der Stadt. Hier spielt auch das Förderprogramm des Landes NRW eine Rolle, das den Anteil an Anlieger verringern soll - sofern das Land die Förderung für die jeweilige Maßnahme bewilligt. Infos hierzu hat die Stadt ebenfalls auf dem neuen Baustellenportal aufbereitet.

Neues Logo, neue Schilder

Doch es geht nicht nur um eine gezieltere und umfangreichere Information der Bürgerinnen und Bürger. Die drei Einrichtungen wollen sich auch in der Planung besser abstimmen, wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt erklärt: „Zum Baustellenmanagement gehört, dass Arbeiten wenn möglich gemeinsam durchgeführt werden. So wollen Stadt, SAL und Stadtwerke erreichen, dass Anliegerinnen und Anlieger möglichst nicht mehrfach nacheinander belastet werden oder der Verkehr nicht mehrfach gestört wird.“ Ganz nebenbei soll es auch die klamme Stadtkasse entlasten, wenn künftig Baustellen gemeinsam geplant und ausgeführt werden.

Mit einem neuen Logo wollen die drei Partner das neue Baustellenmanagement vereinheitlichen.

Mit einem neuen Logo wollen die drei Partner das neue Baustellenmanagement vereinheitlichen. © Stadt Lünen

Deshalb haben sich Stadt, Stadtwerke und SAL auch für ein neues Logo entschieden, das immer dann auftaucht, wenn in Lünen ein gemeinsames Projekt realisiert wird. Ebenso gibt es einheitliche Anschreiben und Bauschilder. „Die Beteiligten möchten damit der Öffentlichkeit signalisieren, dass die betreffenden Maßnahmen koordiniert und abgestimmt sind“, so Spangardt. Außerdem erhoffe man sich durch die verbesserte Transparenz „mehr Verständnis für notwendige Baumaßnahmen im Stadtgebiet“. Die ist nämlich nicht immer gegeben, wenn ein Autofahrer Schilder am Straßenrand sieht.

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