Beck ist doch nicht doof

CHARLYS WELT Kurt Beck hat der Gleichschaltung von politischen Berichten in der Presse auf historische Weise Vorschub geleistet: „Schreiben Sie doch einfach gleich im ersten Satz, der Beck ist doof, dann haben wir das hinter uns“, hat Ka Be der Journaille paar beißende Sarkasmen ins Gesicht geschleudert. Und unser Charly fängt es in seiner Kolumne auf.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 24.06.2008, 16:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ex-SPD-Parteivorsitzender Kurt Beck

Ex-SPD-Parteivorsitzender Kurt Beck

Ungeachtet der zu klärenden Definition, was doof ist und ob man doof sein muss, um in diagnostischen Selbstversuchen zu der Erkenntnis der eigenen Doofheit vorzustoßen, muss Kurt Beck hier energisch widersprochen werden: Ein deutscher Ministerpräsident ist nie doof, kann gar nicht doof sein, weil es kein Volk gibt, dass so doof sein könnte, einen Doofen zum Landesvater zu wählen.

Kurt Beck hat im Weiteren seine rheinland-pfälzisch verwurzelte Nähe zur Natur zum Ausdruck und weitere Geschütze gegen seine Kritiker in Stellung gebracht. Er gehe nicht hinter den Baum, pflaumte er. Er stehe. Wie? Wo? Am Baum? Ein delikates Bild, assoziiert der Bürger (ob sitzend, liegend oder stehend) doch mit einem stehenden Mann am Baum die unaufschiebbare Abarbeitung menschlicher Bedürfnisse.

Dabei könnte die Basisarbeit der SPD mit regelmäßigen Bürgersprechstunden, Motto „Mit Beck am Baum“, höhere Schlagzahl erlangen. Als Variation dazu käme auch „Mit Kurt unterm Ast“ in Betracht. Aber das ist nur ein Vorschlag. Man stelle sich bloß das Gedrängel im Grünen und die endlosen Staus auf dem Anfahrtsweg zu „Mit Beck am Baum“ vor. Die Leute kämen doch wie die Doofen.

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