Bei Schulze Wethmar läuft die Spargelernte trotz Corona-Krise

mlzExpress-Stand am Hofladen

Trotz aller Probleme im Vorfeld läuft die Spargel-Ernte auf dem Lüner Biohof Schulze Wethmar fast wie geplant. Auch beim Verkauf halten sich die Kunden wegen Corona an die Abstands-Regelung.

Wethmar

, 11.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vitus Schulze Wethmar sieht optimistischer in die Zukunft als noch vor einiger Zeit. Denn zehn erfahrene rumänische Erntehelfer sind seit zwei Wochen auf dem Biohof in Wethmar.

Dazu kommen weitere Freiwillige, die sich bei dem Bio-Spargelbauern gemeldet hatten, um das kostbare Gemüse aus dem Boden zu holen. Auch ein polnischer Mitarbeiter, der schon fast 30 Jahre auf den Hof kommt, und schon zur Familie gehört.

„Mit den Studenten und Selbstständigen aus der Region, die uns dieses Jahr beim Spargelstechen helfen, läuft es gut. Sie haben gute Laune und wir auch“, erzählt der vierfache Vater.

Mehr Erntehelfer durch Lockerung der Regeln in Aussicht

Trotzdem hofft Schulze Wethmar, dass möglicherweise noch ein paar Erntehelfer aus Rumänien auf seinen Hof kommen werden. Möglich könnte es das eine Lockerung der Regelungen machen. Nun müssen die rumänischen Erntehelfer noch auf die vielen Höfe deutschlandweit verteilt werden, die sie brauchen.

Vorarbeiten für die Spargelsaison auf den Feldern des Biohofes.

Vorarbeiten für die Spargelsaison auf den Feldern des Biohofes. © Goldstein

Der Spargel, auf den sich viele Familien zum Osterbraten freuen, ist derzeit noch etwas teurer als im Vorjahr. Was den schwierigen Verhältnissen geschuldet ist. Genaue Preise möchte Schulze Wethmar nicht nennen: „Das ändert sich auch von Tag zu Tag.“

Saison begann früher als üblich

Am Mittwoch (8.4.) sollte die Spargelsaison in NRW offiziell mit einem großen öffentlichen Pressetermin auf einem Hof in Greven eröffnet werden. So wie es auch schon mal auf dem Hof Schulze Wethmar der Fall war. Wegen Corona wurde der Termin jedoch abgesagt. Eröffnet ist die Saison natürlich dennoch.

Willy Kreienbaum, Vorsitzender der Vereinigung Spargelanbauer Westfalen-Lippe und der Spargelstraße NRW, schätzt die aktuelle Lage so ein:

„Wegen des warmen Winters und der Wärme der letzten Tage starten wir in diesem Jahr gut eine Woche früher in die Saison als üblich. Bereits jetzt zeichnet sich ab, das die Qualität des Spargels in diesem Jahr sehr gut sein wird. Die ersten Hofläden und Verkaufsstände sind geöffnet. Dieses Angebot wird von unseren Kunden bereits sehr gut angenommen. In diesen schweren Zeiten legen die Menschen scheinbar vermehrt Wert auf eine gesunde Ernährung mit regional erzeugten Produkten. Gleichzeitig ist der Zuspruch der Kunden für mich auch ein Zeichen der Solidarität.“

Verständnis für Abstand

Geöffnet ist auch der Hofladen der Familie Schulze Wethmar. Dort wird aber auch darauf geachtet, dass Abstand gehalten wird. Deshalb wird der Spargel auch derzeit nur draußen an einem Spargel-Express-Stand verkauft.

„Um unsere Kunden, aber auch unsere Mitarbeiter zu schützen“, sagt Schulze Wethmar. Die Kunden reagierten sehr verständnisvoll: „Ich finde es toll, wie solidarisch und vernünftig sich die Menschen in dieser Zeit verhalten.“

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