Beleidigung, Körperverletzung und Diebstahl bringen Lüner Ärger ein

mlzGericht ruft Gutachter

Bei einer Grillparty soll ein 26-jähriger Lüner Gäste mit einer Holzlatte angegriffen haben. Seine Ausrede vor Gericht bringt dem Mann nun einen Besuch von einem psychiatrischen Gutachter ein.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 22.10.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine unerwartete Attacke, eine massive Beleidigung und ein Ladendiebstahl: Immer wieder soll ein junger Mann aus Lünen ab Sommer 2019 in Erscheinung getreten sein. Das Gericht entschied nun, ein psychiatrisches Gutachten einzuholen.

Eine fröhliche Grillparty zum Geburtstag sollte es für die Anwohner eines Hauses an der Stresemannstraße werden, doch der 21. Juli vergangenen Jahres verlief augenscheinlich anders und keinesfalls schön. Als sich einer der Feiernden über den Grill beugte, um das Feuer zu entzünden, bekam er quasi aus dem Hinterhalt einen kräftigen Schlag auf die Schulter. Laut Anklage tauchte der angeklagte Lüner zuvor mit einer Holzlatte aus dem Nichts auf und haute zu.

Opfer tragen Wunden und Prellungen davon

Ein Zeuge griff ein und erhielt nun seinerseits Hiebe. Zuletzt, bevor ihn die Männer überwältigen und mit Kabelbindern fesseln konnten, holte der Angreifer offenbar noch einmal aus und traf sein erstes Opfer im Gesicht. Die Folgen für die beiden Betroffenen: Wunden und Prellungen.

Am Morgen des 27. Februar dann ein weiterer Vorfall im Aufzug des Rathauses. Dort, so der Vorwurf, unterbreitete der 26-jährige Lüner einer städtischen Mitarbeiterin auf sehr drastische Art sexuelle Angebote – und machte sich damit der Beleidigung schuldig. Darüber hinaus soll er bereits am 13. August 2019 im Supermarkt eine Schachtel Zigaretten geklaut haben.

Jetzt lesen

Diesen Diebstahl räumte er nun im Prozess vor dem Amtsgericht offen ein. Gänzlich anders verhielt es sich mit dem Zwischenfall im Aufzug. Seine Worte wollte er als Selbstgespräch deklarieren und betonte in dem Kontext: „Ich rede nur so. Sie soll es nicht persönlich nehmen.“ Der Kommentar der Richterin dazu fiel trocken aus: „Wenn Sie glauben, dass man so redet, dann nehme ich das mal so zur Kenntnis.“

„Kann sein, dass ich besoffen war“

Die Attacke auf der Grillparty stellte er zunächst gänzlich in Abrede. „Das stimmt nicht. Ich habe so etwas nicht gemacht.“ Ja, irgendwann habe ihn die Polizei mal mitgenommen. Aber ob es das Mal gewesen sei, wisse er nicht. Es könne ja auch ein Anderer gewesen sein. Erst nach den durchaus belastenden Aussagen der beiden Betroffenen, die ihn erkannten, und nach einem Vier-Augen-Gespräch mit seinem Anwalt gab er nach: „Es kann sein, dass ich besoffen und unter Drogen war. Ich kann mich nicht erinnern. Aber wenn die alle sagen, dass ich es war…“

Alkohol und Drogen waren dann das Stichwort für die Richterin. Sie ordnete die Einholung des Gutachtens zur Schuldfähigkeit und der möglichen Unterbringung in der Psychiatrie oder in einer Entzugsklinik an. Das Verfahren wurde ausgesetzt und wird mit dem Ergebnis neu aufgerollt. Bis dahin bleibt der 26-Jährige in Haft.

Lesen Sie jetzt