Ein Streit um die Vorfahrt eskalierte und endete vor dem Lüner Amtsgericht. © picture alliance/dpa
Amtsgericht

Bespuckt und gestoßen: Streit zwischen zwei Autofahrern in Lünen eskaliert

Streit um Vorfahrt kommt öfter vor. Zum Glück nicht so oft eskaliert so ein Streit und endet dann noch vor Gericht. Weil ein Autofahrer in Lünen die Kontrolle verloren haben soll.

Ein Streit zwischen zwei Autofahrern in Lünen eskalierte und einer der Beteiligten geriet derart in Rage, dass er seinen Gegner anspuckte und ihm einen Schlag oder Stoß versetzte. Nun trafen die Kontrahenten noch einmal vor Gericht aufeinander.

Der Zwischenfall, der für Aufsehen sorgte, ereignete sich am Nachmittag des 26. Februar im Bereich der Kreuzung Brambauer Straße und Brunnenstraße. Offenbar waren beide Männer davon überzeugt, Vorfahrt zu haben und das mündete darin, dass sie quasi mitten auf der Fahrbahn hielten, um die Sache zu klären.

Einer von ihnen, ein 42-jähriger Lüner, verlor die Kontrolle und spuckte dem Anderen zunächst ins Gesicht und packte ihn kurz darauf am Kragen, um ihm dann einen Schlag oder Stoß zu geben. Auch hier traf er das Gesicht. Feuerwehrleute, die durch Zufall Augenzeugen des Geschehens waren, griffen ein und zuletzt klickten die Handschellen. Wegen tätlicher Beleidigung und Körperverletzung wurde dem Lüner wenig später ein Strafbefehl zugestellt: 1800 Euro Geldstrafe und ein Monat Fahrverbot. Er legte Einspruch ein.

Angeklagter entschuldigte sich

Nun befasste sich das Amtsgericht mit dem Fall und der angeklagte Lüner schwankte zwischen Reue und dem Bedürfnis, sich in ein etwas besseres Licht zu rücken. So erklärte er zum Beispiel: „Er hat mich angespuckt, da habe ich zurück gespuckt.“ Und einen Schlag stellte er ebenfalls in Abrede. Er gestikuliere viel – vielleicht habe er den Gegner dabei im Gesicht berührt. Andererseits wurde der 42-Jährige, der zuvor noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, nicht müde, sein Bedauern zu beteuern. Er entschuldigte sich mehrfach – auch persönlich bei dem Betroffenen.

Das Opfer, ein 44-Jähriger aus Lünen, versicherte, den Angeklagten keinesfalls angespuckt zu haben. Allerdings gab er auch an, dass es sich um einen Stoß und nicht um einen Schlag gehandelt habe. Darüber hinaus war er ehrlich genug, zuzugeben, dass er den Anderen ebenfalls beleidigt habe – nach besagtem Stoß. Überhaupt beschrieben er und weitere Zeugen den 42-Jährigen als sehr aggressiv.

Geldstrafe wurde reduziert

Nach diesen Aussagen lenkte der Angeklagte ein und beschränkte den Einspruch gegen den Strafbefehl auf die Straffolge. Damit räumte er die Vorwürfe vollumfänglich ein. Auch leistete er ein letztes Mal Abbitte: „Ich will mich für alles entschuldigen. Es tut mir sehr leid, was passiert ist.“ In Anbetracht dieser Einsicht und mit Blick auf ein geringes Einkommen wurde die Geldstrafe auf 500 Euro reduziert. Bei dem Monat Fahrverbot blieb es. Im ohnehin gefährlichen Straßenverkehr brauche es keine Personen, die ihr Temperament nicht im Griff hätten, so die Richterin.

Über die Autorin

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt