Ludgerus Niklas, Geschäftsführer der Friseur-Innung Dortmund und Lünen (l.), überreicht der Auszubildenden Thabea-Luisa Maletzki Glückwünsche zur besten Prüfung im Ausbildungsjahrgang. Friseurmeister Werner Middel (r.) aus Lünen ist sichtlich stolz. © Innung
Ausbildung

Beste Frisör-Auszubildende lernte mit Übungsköpfen zuhause in Lünen

Die Ausbildung zur Frisörin schloss Thabea-Luisa Maletzki (29) als Jahrgangsbeste ab. Sie wollte zum Vorbild für ihre Kinder werden, lernte trotz Lockdown weiter und realisierte ihren Traum.

Das Lob und die überreichte Urkunde von Ludgerus Niklas, Geschäftsführer der Frisör-Innung Dortmund und Lünen, war für Thabea-Luisa Maletzki der Lohn für viele Monate des Lernens unter erschwerten Umständen. Mit einer Gesamtnote von 2,0 schloss die 29-Jährige ihre Ausbildung zur Frisörin ab. Damit war sie die beste von 36 Prüflingen der Winter- und Sommergesellenprüfung.

„Sie können sehr stolz auf sich sein, diese Leistung trotz der schwierigen Bedingungen in der Pandemie so gut geschafft zu haben“, sagte der Geschäftsführer der Innung anerkennend. Ihr Ausbildungsbetrieb, der Frisörsalon Middel an der Cappenberger Straße 56 musste zeitweise schließen. Auch die Berufsschulen machten dicht, Lernen war nur zuhause möglich.

Und genau das machte Thabea-Luisa Maletzki bestmöglich. Die Mutter zweier Kinder konzentrierte sich zunächst darauf, das theoretische Wissen zu vertiefen. Doch das praktische Üben wollte sie ebenfalls nicht vernachlässigen. „Daher habe ich mir Übungsköpfe mit nach Hause genommen und dort die Schnitte geübt“, erzählte sie – sehr zur Freude ihrer Tochter. Die habe immer mitmachen wollen, erinnerte sich die Jahrgangsbeste.

Maletzki: abgeschlossene Ausbildung ist wichtig

Ihr Nachwuchs war es, der Maletzki dazu angetrieben hat, die Ausbildung durchzuziehen. Die Lünerin wurde mit 19 Mutter und übte im Anschluss mehrere kleine Jobs aus. „Trotzdem ist eine Ausbildung wichtig“, meinte die gebürtige Alstedderin und ergänzte: „Wenn meine Kinder sehen, dass ihre Mutter keine abgeschlossene Ausbildung hat, würden sie vielleicht selber keine machen. Und da möchte ich ein Vorbild sein.“

Sie wollte ihren Kindern aber nicht nur aufzeigen, dass eine abgeschlossene Ausbildung viele berufliche Türen öffnet. Maletzki hat ebenfalls bewiesen, dass sich Träume erfüllen können, wenn man hart genug für sie arbeitet. „Ich wollte schon immer Frisörin werden.“

„Haare schneiden muss man in Ruhe lernen“

Unterstützung bekam sie beim Lernen von ihrem Chef Werner Middel. Mit dem Frisörmeister habe sich Maletzki gut verstanden und viel von ihm gelernt. „Er hat sich abends nach Ladenschluss mit mir zusammengesetzt und Haarschnitte für Herren geübt“, sagte Maletzi. Für Middel gehört dieses Vorgehen zur Ausbildung dazu. „Haare schneiden muss man in Ruhe lernen. Tagsüber geht das im Betrieb nicht so gut“, erklärte er.

Arbeiten wird Maletzki in ihrem Ausbildungsbetrieb in nächster Zeit nicht mehr. „Ich kümmere mich jetzt um meine Kinder. Ihre Mama hatte lange wenig Zeit für sie. Außerdem steht die Einschulung meiner Tochter und ein Urlaub an“, sagte Maletzki. Schätzungsweise bis November soll die Pause dauern. Was danach kommt, ist noch nicht klar. Mit der abgeschlossenen Ausbildung stehen ihr jedoch einige Türen offen.

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