Betrüger locken Frau aus Hamm nach Enkeltrick zur Geldübergabe nach Lünen

Amtsgericht

Mit einer „perfiden und schamlosen Masche“, so beschreibt es die Polizei, haben unbekannte Täter eine Frau aus Hamm betrogen. Eine fünfstellige Summe hat sie den Betrügern übergeben - in der Nähe des Lüner Amtsgerichtes.

Lünen

26.02.2021, 20:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Nähe des Amtsgerichts hat nach dem Enkeltrick die Geldübergabe stattgefunden.

In der Nähe des Amtsgerichts hat nach dem Enkeltrick die Geldübergabe stattgefunden. © Sylvia Mönnig

Die Frau am Telefon weinte und schluchzte: „Mama, ich habe eine rote Ampel übersehen, weil ich am Handy war. Ich habe eine Frau tot gefahren und muss ins Gefängnis - bitte hilf mir!“, soll sie nach Angaben der Polizei am Donnerstag, 25. Februar, gesagt haben. Nur: Am Telefon war gar nicht die Tochter der 72-jährigen Frau aus dem Hammer Osten. Mit einer „perfiden und schamlosen Masche", wie es die Polizei nennt, gelang es den Betrügern, einen Betrag in fünfstelliger Höhe zu erbeuten.

„Den Hörer reichte die falsche Tochter schnell an einen ,Polizisten‘ weiter, so stand die 72-Jährige unter dem Eindruck der weinenden Tochter und hatte keine Möglichkeit die Stimme näher zu identifizieren. Zusammen mit einer angeblichen Staatsanwältin überzeugten die Täter die Seniorin, schnellstmöglich eine fünfstellige Summe als Kaution aufzutreiben, um sie vor dem Gefängnis zu bewahren“, heißt es in der Pressemitteilung.

Geldübergabe in der Nähe des Amtsgericht Lünen

Die Forderung der Täter lautete: Die 72-Jährige sollte das Geld umgehend zum Amtsgericht nach Lünen bringen. „Unter dem Vorwand, dass ihre Tochter nur einen einzigen Anruf zur Verfügung habe, dürfe die Seniorin nicht auflegen, wenn sie ihrer Tochter helfen wolle. Die Hammerin fuhr daraufhin mit ihrem Auto nach Lünen - telefonisch durchgehend in Kontakt mit den Betrügern. Da die Justizkasse im Amtsgericht angeblich während Corona geschlossen habe, lotsten die Betrüger sie in die Bäckerstraße, eine Seitenstraße nahe des Amtsgerichts“, erklärt die Polizei.

Das Geld habe dann ein Mann entgegengenommen und die Seniorin wieder nach Hause geschickt. „Auch auf dem Heimweg sollte sie das Telefonat nicht beenden“, so die Polizei. Zuhause angekommen, wurde der 72-Jährigen das Geschehene bewusst und sie verständigte ihre Familie.

Die Tat ereignete sich zwischen 14 Uhr und 16 Uhr.

Polizei bittet um Hinweise zu den Tätern

Die Polizei bittet: „Sollten Sie in der Zeit verdächtige Personen, Fahrzeuge oder sonstige Feststellungen in der Nähe des Tatortes gemacht haben, wenden Sie sich bitte umgehend an die Polizei.“

Der Mann, der in Lünen das Geld übernommen hat, ist 1,65 Meter bis 1,70 Meter groß, etwa 40 bis 45 Jahre alt und hat ein asiatisches Erscheinungsbild. Er war dunkel gekleidet und trug einen Mund-Nasen-Schutz sowie eine dunkle, runde Mütze mit roten Streifen.

Hinweise zur Tat nimmt die Polizei Hamm unter der Tel. (02381) 916-0 oder unter hinweise.hamm@polizei.nrw.de entgegen.

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