Eine Dating-Plattform sollte einem Lüner offenbar neues Liebesglück bringen. Allerdings nutzte er dafür die Daten eines Kumpels und zahlte offene Rechnungen nicht. © Andrej Lišakov on Unsplash
Gerichtsprozess

Betrug beim Online-Dating endet für Lüner (31) mit Bewährungsstrafe

Eine Dating-Plattform sollte einem Lüner offenbar neues Liebesglück bringen. Er suchte mit freizügigen Fotos und seiner Handynummer, nutzte ansonsten die Daten seines Kumpels. Das hatte nun Folgen.

Er suchte eine Frau und das online. Im November, so der Vorwurf gegen den 31-Jährigen, buchte der über die Dating-Plattform zwei Angebotspakete im Wert von knapp 240 Euro und gab sich dabei als sein Freund aus, nutzte dessen persönliche Daten. Als ein Inkasso-Büro letztlich das Geld eintreiben wollte, wurde dem Kumpel bewusst, dass er Opfer eines Betrugs war. Auf die Idee, dass es sich bei dem Täter um eine Person aus seinem nahen Umfeld handeln könnte, kam er nicht. Zumal ihn der 31-jährige Lüner sogar zur Polizei begleitete, wo er Anzeige erstattete. Die Fotos und die Handynummer wiesen dann jedoch in eben diese Richtung.

Doch der Lüner dachte im Prozess vor dem Amtsgericht gar nicht daran, den Vorwurf einzuräumen. Er beteuerte seine Unschuld. Schließlich sei der Geschädigte ein enger Freund und zudem habe er doch auch gar keinen Zugriff auf dessen Personalausweis gehabt. Er sei das gewiss nicht gewesen. „Er ist wie ein kleiner Bruder. Den würde ich doch nicht…“, hob er an und brach mitten im Satz ab. Sicherlich, auf den Fotos sei er zu sehen. Aber die Bilder inklusive nackter Tatsachen habe er garantiert nicht über diese Weise verbreitet. Vielleicht, so deutete er an, sei es eine Ex-Freundin gewesen.

Kumpel konnte sich nicht erklären, wie der Täter an seine Daten kam

Nach der Einlassung hörte das Gericht den betroffenen Kumpel und der schien nach wie vor an die Unschuld des Angeklagten zu glauben. Der habe ihm gesagt, dass er es nicht gewesen sei und dass er schon einmal ähnliche Probleme gehabt habe. Auch habe er ihm nie seinen Ausweis geliehen. Generell könne er sich nicht erklären, wie der Täter an seinen Ausweis oder vielmehr die Daten gelangt sei. Bezahlt habe er die knapp 240 Euro nicht – und das habe er auch nicht vor.

Die Fotos des Angeklagten, seine Handynummer und der Umstand, dass er sicherlich dazu in der Lage gewesen wäre, an die Daten auf dem fremden Ausweis zu gelangen, sorgten am Ende dafür, dass weder die Vertreterin der Anklage noch die Richterin Zweifel an der Schuld des Lüners hatten. Strafmildernd konnte in seinem Fall nur eine schwere Erkrankung berücksichtigt werden. Der nicht ganz unerhebliche Schaden, das missbrauchte Vertrauen eines engen Freundes und die Tatsache, dass sich, wie es die Richterin formulierte, Betrugsurteile wie ein roter Faden durch sein Leben zögen, sprachen gegen ihn. Für ihn endete der Fall mit drei Monaten Haft auf Bewährung.

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