Betrugsprozess endet mit Freispruch für Angeklagten

mlzAmtsgericht

Ein Lüner muss sich vor Gericht für einen angeblichen Betrug verantworten. Im Prozessverlauf zeichnet sich jedoch ein anderes Bild ab. Es offenbaren sich persönliche Hintergründe.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 14.11.2020, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach langjähriger Beziehung trennte sich ein Lüner Paar und damit endete auch die „dienstliche“ Verbindung. Dann geriet der 61-Jährige in Verdacht, weiter Geschäfte gemacht und in dem Rahmen eine Anzahlung kassiert zu haben, ohne seinen Part zu erfüllen. Vor Gericht beteuerte er seine Unschuld. Letztlich mit Erfolg.

Betrugsprozess begann Ende Oktober

Rückblende: Ende Oktober begann vor dem Amtsgericht der Betrugsprozess gegen den 61-Jährigen, der nunmehr in Bergkamen lebt. Ihm wurde vorgeworfen, einem Stammkunden im Herbst 2019 den Einbau von zwei Fenstern für 1800 Euro angeboten und 1000 Euro Anzahlung angenommen zu haben, bevor er von der Bildfläche verschwand.

Und, zur fraglichen Zeit sollte er schon lange nicht mehr für die Firma seiner ehemaligen Lebensgefährtin tätig gewesen sein. Der betroffene Auftraggeber, der bis heute keine Fenster erhalten hat, wandte sich schließlich an die 56-jährige Lünerin und erstattete in ihrer Begleitung Anzeige bei der Polizei.

Gleich zu Prozessbeginn wehrte sich der Angeklagte vehement gegen das, was ihm zur Last gelegt wurde. Sehr wohl habe er zu der Zeit noch für den Betrieb gearbeitet, auch habe er die gewünschten Fenster bestellt und die 1000 Euro habe er, wie es Usus gewesen sei, mit einer Büroklammer an den Auftrag geheftet. Danach sei es erst zum Bruch zwischen ihnen gekommen. Deshalb wisse er nicht, was dann mit dem Geld und den Fenstern geschehen sei. Auch legte er ein Fax mit der Bestätigung der Fensterbestellung vor.

Ex-Freundin erschien nicht zum Zeugenstand

Nach der Einlassung des Angeklagten hätte seine ehemalige Freundin und Chefin gehört werden sollen. Sie erschien allerdings nicht im Zeugenstand. Die Folge: Die Verhandlung musste unterbrochen werden und wurde nun fortgesetzt – mit der wichtigen Zeugin, die sich betreten für ihr Fehlen am ersten Prozesstag entschuldigte. Die Lünerin versicherte, dass der 61-Jährige bereits seit dem 1. Januar 2019 nicht mehr für die Firma, die sie übrigens nur für ihn gegründet habe, tätig gewesen sei.

Zur Trennung sei es im März 2019 gekommen und da habe sie ihm immer wieder angeboten, den Betrieb zu übernehmen. Darauf sei er nicht eingegangen. Jedoch gab sie auch an, später erfahren zu haben, dass 1000 Euro auf das Firmenkonto eingezahlt worden seien. Und ausschließen, dass die Fenster irgendwo auf dem früheren Firmengelände liegen könnten, wollte sie auch nicht.

Beide Seiten waren verbittert und enttäuscht

Insgesamt waren die Fronten verhärtet, beide Seiten waren verbittert und enttäuscht. Die Verteidigerin brachte es auf den Punkt: „Privates und Berufliches ist hier vermischt worden.“ Strafrechtlich, das stand nun aber fest, ließ er sich der Angeklagte nichts zu Schulden kommen. So endete der Fall mit einem Freispruch.

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