Blühstreifen an der Bebelstraße: Lebensraum für Bienen und Insekten

Nahrung für Bienen

Ein bunter Blühstreifen am Straßenrand sorgt für mehr Artenvielfalt an der Bebelstraße. Geht es nach der Stadt, soll es von solchen Streifen künftig noch mehr geben.

Lünen

, 03.06.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Momentan blüht eine bunte Mischung von Kräutern und Gräsern an der Bebelstraße. Nachdem die Pflanzen abgemäht sind, sollen sie im Spätsommer noch einmal blühen.

Momentan blüht eine bunte Mischung von Kräutern und Gräsern an der Bebelstraße. Nachdem die Pflanzen abgemäht sind, sollen sie im Spätsommer noch einmal blühen. © Stadt Lünen

In den Beeten an der Bebelstraße und auch auf dem neuen Kreisverkehr blühen im zweiten Jahr in Folge Gräser und Kräuter. Im letzten Jahr waren noch viel Klatschmohn und einige Kornblumen zu sehen. Dieses Jahr schlägt die Stunde der mehrjährigen Kräuter. Manche Bürgerinnen und Bürger empfinden das Erscheinungsbild als „unordentlich“, andere wiederum loben, dass die Gestaltung insektenfreundlich sei, teilte die Stadt am Mittwoch (3.6.) mit.

Die Beete wurden nicht etwa sich selbst überlassen, sondern gezielt eingesät: „Wir haben das mit voller Absicht so gemacht, um Insekten eine Nahrungsgrundlage zu geben“, erklärt Nadine Reinhard von der städtischen Abteilung Stadtgrün. Schon im vorletzten Jahr habe man die bunte Kräutermischung gesät. „Was hier wächst, sind heimische Blühpflanzen. Das ergibt ökologisch Sinn, weil sie Insekten, zum Beispiel Bienen, eine Lebensgrundlage geben“, so Reinhard. Margeriten, Flockenblumen, Salbei, Nelken, Schafgarbe und viele andere Kräuter und Gräser sind entlang der Bebelstraße zu finden.

Zweite Blüte im Spätsommer

Die Kräuter sind gut für die Insekten - und trotzdem wird die Stadt die Wiesen an der Bebelstraße noch im Juni mähen. Dass die Pflanzen abgemäht werden, sorgt erfahrungsgemäß bei manchen für Unverständnis. Aber auch das ist Absicht, wie Nadine Reinhard in der Mitteilung der Stadt erläutert: „Wenn wir nicht mähen, dominieren die Gräser und die blühenden Kräuter haben das Nachsehen.“ Den Gräsern solle zudem nicht allzu lange Gelegenheit gegeben werden, ihre Samen zu verteilen. Nach der Mahd können sich die Kräuter wieder entfalten. „Im Spätsommer bekommen wir auf diese Weise eine zweite Blüte“, sagt Nadine Reinhard.

Die Stadt bittet außerdem darum, in den Beeten und auf dem Kreisverkehr nicht selbstständig „Unkraut“ zu jäten. Laut Stadtgrün ist es vorgekommen, dass Bürgerinnen und Bürger die Gräser und Kräuter herausgerissen und stattdessen andere Blumen gepflanzt hätten.

„Schauen, dass wir das häufiger machen“

Die Bebelstraße sei „bei weitem nicht die einzige Straße“, an der die Stadt solche wilden Beete anlegt, wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage erklärt, allerdings die einzige an einer vielbefahrenen Straße. Ähnliche Einsaate gebe es etwa an der Verbindung zwischen Amsel- und Rotkehlchenweg in Brambauer oder am Karl-Kiehm-Weg.

Solche Aktionen befürworte die Stad, sagt Spangardt weiter, „wir schauen, dass wird das immer häufiger machen.“ Dabei probiere die Verwaltung auch verschiedene Saatgutmischungen aus. Ob es am Ende funktioniere, hänge wohl auch von der Bodenbeschaffenheit ab. Der Rat habe zuletzt am 12. Dezember 2019 beschlossen, 20.000 Euro für Neuanlage und ökologische Mahd von Blumenwiesen bereitzustellen.

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