Brücke ruht im Untergrund -Trianel stieß auf alte Überführung

LÜNEN Wer suchet, der findet – manchmal auch so etwas Unerwartetes wie eine Brücke. Auf die stießen jetzt Fachleute, die im Auftrag von Trianel das Baufeld für das geplante Kraftwerk am Stummhafen sondieren.

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 25.06.2008, 19:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bodenvorbereitung für den Kraftwerksbau: Dabei wurden eine stillgelegte Gasleitung und eine Brücke gesichtet.

Bodenvorbereitung für den Kraftwerksbau: Dabei wurden eine stillgelegte Gasleitung und eine Brücke gesichtet.

In acht Metern Tiefe führt die Brücke nach nirgendwo. Früher allerdings half sie den Lünern über einen Bach im Gelände. Als vor etwa 40 Jahren der Bereich zehn Meter hoch mit Bergematerial aufgeschüttet wurde, verschwand die Überführung im Untergrund. Jetzt taucht sie wieder auf – allerdings nur als Überraschungsmoment. „Da uns die Brücke nicht stört und in einem Bereich liegt, in dem keine Fundamente vorgesehen sind, bleibt sie wo sie ist“, erklärte Manfred Ungethüm, Geschäftsführer der Trianel-Power-Projektgesellschaft Kohlekraftwerk.

Leitung in zwölf Metern Tiefe

 Anders sieht es hingegen mit einer stillgelegten E.on-Ruhrgas-Leitung aus. Nach ihr haben die Mitarbeiter lange gesucht und sie endlich in zwölf Metern Tiefe gefunden. „Der Bagger ist in dem Erdloch verschwunden“, berichtet Ungethüm. Obwohl die Leitung stillgelegt und mit Wasser verfüllt wurde, sieht Trianel ein Restrisiko und lässt sie entfernen. Auf 200 Metern Länge wird das Rohr nun aus der Erde geholt.

Einige hundert Bohrpfähle

Der Zeitplan für die Errichtung des 750 Megawatt-Kraftwerks mit einem Wirkrungsgrad von über 45 Prozent ist eng gestrickt. Am 1. August soll das Gelände an das Konsortium übergeben werden. Dann beginnt die Baustelleneinrichtung. Am 15. August starten die Grundungsarbeiten für den Kühlturm. Dazu werden einige hundert Bohrpfähle ins Erdreich gerammt. Zurzeit wartet Trianel auf die zweite Teilerrichtungsgenehmigung, insgesamt benötigt das Unternehmen vier. 2012 soll das Kraftwerk ans Netz gehen. Im Schnitt werden während der vierjährigen Bauzeit 1000 Leute dort arbeiten, in der Spitze sind es 1500

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