Caterpillar wird sein Werk in Lünen ein Jahr später schließen als geplant. © Peter Fiedler (A)
Einigung steht

Caterpillar verschiebt Werksschließung in Lünen

Die Corona-Pandemie geht auch an dem US-amerikanischen Bergbauzulieferer Caterpillar nicht spurlos vorbei. Das Unternehmen verschiebt die Werksschließungen in Lünen und Wuppertal.

Eigentlich sollten Ende dieses Jahres die Caterpillar-Werke in Lünen und Wuppertal dicht machen. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Als neuester Schließungstermin steht für das Lüner Werk jetzt der 31. Dezember 2022 im Raum, für Wuppertal der 30. Juni kommenden Jahres.

Das erklärten der Caterpillar-Betriebsrat und die IG Metall (Dortmund) unserer Redaktion in einem Video-Gespräch Mittwochmittag (11. August). Zuvor hatten Betriebsrat und Gewerkschaft die Belegschaften in einer Belegschaftsversammlung am Caterpillar-Sitz in Lünen über den neuen Sachstand informiert.

Einmalige Angelegenheit?

„Das habe ich auch noch nicht erlebt, dass ein Unternehmen eine Werkschließung um ein halbes beziehungsweise um ein ganzes Jahr verschiebt“, sagte IG-Metall-Bevollmächtige Ulrike Hölter. Dem stimmten Betriebsratschefin Martina Vogelgesang und ihr Stellvertreter Thomas Bartels kopfnickend ohne Wenn und Aber zu.

Wie Hölter weiter sagte, sei es Caterpillar in den vergangenen Monaten nicht gelungen, die Produktion wie geplant in andere Werke zu verlagern. Im Gegenteil: Auch wegen der Corona-Pandemie sei die Verlagerung komplett gestoppt worden.

Wochenlang verhandelt

Nach mehrwöchigen Verhandlungen hätten sich Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft nun auf die Verschiebung der Werksschließungen geeinigt.

Die Einigung sieht laut Betriebsratschefin Martina Vogelgesang weiter vor, dass von den 230 Mitarbeitern an beiden Standorten 100 für sechs, neun beziehungsweise 12 Monate weiter beschäftigt werden – wenn sie denn wollen.

Entsprechende Musterverträge sollen den vorgesehenen Mitarbeiten kurzfristig ausgehändigt werden. Danach haben sie 14 Tage lang Zeit, sich zu entscheiden.

Auch für den Fall, dass sich unter den verbliebenen 230 Mitarbeitern keine 100 finden, die für Caterpillar weiter arbeiten wollen, werde das an den verschobenen Werksschließungen nichts ändern. Dann müssten andere Lösungen gefunden, sagte Vogelgesang weiter.

Verkaufsgespräche gehen weiter

Vertraglich sei ebenfalls vereinbart worden, sagte IG-Metall-Bevollmächtigte Ulrike Hölter, dass die laufenden Verkaufsverhandlungen der Caterpillar-Fläche in Lünen ungeachtet der verschobenen Werkschließung weiter geführt werden.

Ziel sei es nach wie vor, die Lüner Fläche ebenso wie den Wuppertaler Standort an Unternehmen oder Institutionen zu veräußern, die auf lange Sicht (Industrie-)Arbeitsplätze zusicherten.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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