Cineworld in Lünen bleibt bis 19. April geschlossen - eine wirtschaftliche Herausforderung

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Statt Popcorn und Kinotickets zu verkaufen, müssen die Mitarbeiter der Lüner Cineworld den Betrieb herunterfahren. Die Schließung stellt die Inhaber vor eine wirtschaftliche Herausforderung.

Lünen

, 18.03.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch vergangene Woche lief in der Lüner Cineworld alles - fast - wie immer. Die Besucherzahlen waren nahezu normal, trotz der Corona-Angst. Doch nun musste das Lüner Kino genauso wie alle anderen Kinos in NRW und anderen Bundesländern schließen - bis zum 19. April.

Der Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums schreibt vor, dass auch andere Freizeiteinrichtungen ab sofort schließen müssen, um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen.

Hoffen, dass Ausbreitung verlangsamt wird

In einem Schreiben, dass die Cineworld auf ihrer Homepage, aber auch in sozialen Netzwerken verbreitet, erklären die Betreiber Meinolf Thies und Lutz Nennmann: „Wir hoffen, dass mit dieser Maßnahme die Verbreitung des Corona-Virus verlangsamt werden kann. Diese Regelung gilt voraussichtlich bis einschließlich Sonntag, 19. April 2020.“

Ticketpreise werden erstattet

Bereits gekaufte Onlinetickets für Vorstellungen vom 16. März bis einschließlich 19. April werden automatisch storniert und die Beträge erstattet. An den Kinokassen gekaufte Tickets für den genannten Zeitraum sollen die Besucher aufbewahren. Sobald die Kinokassen wieder geöffnet sind, werden auch diese Beträge erstattet.

Wirtschaftlich wird die befristete Schließung für unser Unternehmen sicher eine große Herausforderung, heißt es weiter in dem Schreiben. Lutz Nennmann dazu auf Anfrage: „Die Kosten betragen knapp 5000 Euro am Tag, ohne dass nun auch nur ein Cent reinkommt.“ Dieser Betrag reduziere sich natürlich um die ein oder andere Position, etwa einen Großteil der Energiekosten, doch ein großer Fixkostenanteil wie Miete & Co. muss von den Betreibern gestemmt werden. Das gilt für jeden der Betriebe, die Nennmann und Thies führen.

Betrieb herunterfahren ist aufwändig

Noch sind nicht alle Mitarbeiter in Zwangsurlaub. Nennmann: „Wir fahren den Betrieb gerade operativ runter. Das ist aufwendiger, als man meint, auch in technischer Hinsicht. Somit haben auch die Kollegen im Kino noch eine ganze Menge zu tun, bevor die Arbeit ausgeht.“

Bis dahin werde man in der Leitung der Kinos weitere Planungen vornehmen. Doch soweit sei man natürlich im Moment noch nicht. Diese Situation sei einzigartig und das bleibe sie hoffentlich auch.

Vor einigen Jahren hatten Nennmann und Thies, die die Cineworld seit 2003 leiten, selbst einmal eine Kino-Pause beschlossen. In einem Sommer mit einem großen internationalen Fußballturnier. Die Zeit damals nutzten die Cineworld-Chefs dazu, Renovierungsarbeiten durchführen zu lassen. Dies war allerdings in einer Zeit, als das Filmangebot - auch wegen des Fußball-Hypes - ohnehin eher überschaubar war, außerdem schönes Sommerwetter für weniger Besucher gesorgt hätte.

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