Weder ein Kinofest noch ein Kino Film Fest konnten 2020 in Lünen stattfinden. Geht es nach den Kaufleuten, sollte 2021 alles wieder so sein wie vor der Pandemie. © von Bohlen
Festival

City-Ring: Entwicklung des Kinofestes eine „Katastrophe für Lünen“

Mit deutlichen Worten appelliert der City-Ring Lünen an die Beteiligten des Kinofestes: Sollte es 2021 nicht in seiner gewohnten Art über die Bühne gehen, würde das die Stadt hart treffen.

Das Kinofest 2020 fällt aus – aufgrund der Corona-Pandemie kann die Veranstaltung, wie so vieles andere auch, nicht stattfinden. Allerdings hätte es 2020 ohnehin eine andere Ausgabe des beliebten und bekannten Festivals gegeben: Nachdem sich der Verein Pro Lünen aus der Organisation verabschiedet hatte, wollte Kinofest-Betreiber Mike Wiedemann das „Kino Film Fest Lünen“ veranstalten – eine kleinere Version des Festivals, laut Wiedemann „eine Rückbesinnung auf die Anfänge“ vor 30 Jahren.

Auch diese Idee fällt nun der Corona-Pandemie zum Opfer. Für 2021 planen Wiedemann & Co. mit ihrem „Kino Film Fest Lünen“. Der Verein Pro Lünen wird kein Geld dazu geben, ruft seine Mitglieder allerdings zur Unterstützung auf. Für den Lüner City-Ring um seinen Vorsitzenden Helmut von Bohlen keine glückliche Konstellation: „Wenn wir das Kinofest in seiner bisherigen Art verlieren, dann ist das gelinde gesagt eine Katastrophe für Lünen.“

Das Festival habe eine Strahlkraft weit über Lünen hinaus gehabt, so der City-Ring-Vorsitzende im Gespräch mit unserer Redaktion. Wenn es das nicht mehr gebe, käme das einem Imageverlust gleich. „Ein Fest, zu dem 40, 50 Kinofans kommen – das hat doch nichts mit dem Glamour zu tun, den das Kinofest nach Lünen gebracht hat.“

Kaufleute wollten Kinofest wieder unterstützen

Ein Glamour, von dem – natürlich – auch die Kaufleute in der Innenstadt profitieren wollen. „Selbstverständlich haben sich Veranstaltungen des Festes auch auf die Frequenz in der Innenstadt ausgewirkt.“ Dabei räumt von Bohlen ein, dass man in der Vergangenheit die Synergien besser hätte nutzen können. „Dass die Kaufleute das Kinofest begleitet haben, gab es ja schon einmal. Leider ist das zwischenzeitlich eingeschlafen.“

Nun wollten die Kaufleute diesen Faden wieder aufnehmen: „Wir hatten uns Gedanken gemacht, wie wir da einsteigen können.“ Neben Schaufenster-Dekoration sei auch eine Ausstellung in der Fußgängerzone möglich, selbst Werbung war schon gebucht. Die anderen Ideen hätten ein Jahr warten sollen – doch die Nachricht vom Ausstieg von Pro Lünen und von den alternativen Plänen für ein neues, kleines Festival veränderten alles. „So ganz verstanden haben wir das nicht“, sagt Helmut von Bohlen. „Wegen Corona ist alles abgesagt, und das war auch nachvollziehbar. Wieso musste es dann unbedingt ein keines Festival – im Grunde eine Konkurrenzveranstaltung zum Kinofest – geben?“

Für den City-Ring ist klar, dass es zwei Kinofeste in Lünen nicht geben kann, sondern dass es ein Festival wie in den vergangenen Jahren sein sollte. Der City-Ring-Vorsitzende sagt deshalb: „Wir appellieren an alle Beteiligten, sich zusammenzureißen und alles nochmal zu überdenken.“

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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