Corona-Fall in Lünen: Infizierte Frau kehrte zurück aus Italienurlaub

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Beim ersten Corona-Fall in Lünen handelt es sich um eine zurückgekehrte Urlauberin aus Italien. Behörden ermitteln weiter Kontaktpersonen. 600 Menschen stehen kreisweit unter Quarantäne.

Lünen

, 13.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der mit dem Coranavirus infizierten Person aus Lünen handelt es sich um eine Frau. Das erklärte Kreissprecher Max Rolke am Freitag (13.3.) auf Anfrage unserer Redaktion.

Weitere Angaben zu der Infizierten machte der Sprecher nicht. Außer, dass es sich um eine Urlaubsrückkehrerin aus Italien handele. Vermutlich aus Norditalien, aber „das weiß ich nicht hundertprozentig“, so Rolke weiter.

Informationen zum Gesundheitszustand der infizierten Lünerin und ihrem aktuellen Aufenthaltsort lägen ihm nicht vor. „Ich weiß nicht, ob die Frau im Krankenhaus liegt oder sich in häuslicher Quarantäne befindet“, erklärte der Kreissprecher. Gleiches gelte für den genauen Gesundheitszustand. Derweil sei das Gesundheitsamt nach wie vor damit beschäftigt, die Kontaktpersonen der Lünerin zu ermitteln.

600 Personen in Quarantäne

Mit der infizierten Frau aus der Lippestadt sind kreisweit (Stand Freitagnachmittag) insgesamt 14 Personen mit dem Virus infiziert. Am Donnerstag (12.3.) hatte es noch geheißen, dass es 15 infizierte Menschen gebe. Ein vermeintlicher Corona-Fall aus Werne hätte sich nicht bestätigt, sagte Rolke am Freitag dazu.

600 Personen, die zu den 14 Infizierten im Kreis Unna Kontakt gehabt hätten, befinden sich nach Angaben des Kreissprechers in häuslicher Quarantäne.

Die Situation in den beiden Corona-Teststellen des Kreises in den Gesundheitsämtern in Unna und in Lünen bezeichnete Rolke als „gesittet“. Pro Tag würden dort „unter zehn Leute“ nach Terminabsprache getestet.

Bei der Terminvergabe würde unter anderem darauf geachtet, dass sich die zu Untersuchenden nicht über den Weg liefen.

Infotelefon zum Coronavirus ist weiter überlastet

Das Infotelefon des Kreisgesundheitsamtes ist unterdessen nach wie vor überlastet. Innerhalb von wenigen Stunden gehen dort pro Tag über 2000 Anrufe ein. Max Rolke verwies deshalb erneut auf das Infotelefon des Gesundheitsministeriums NRW, Tel. (0211) 91 19 10 01, oder die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe, Tel. 116 117.

Im Lüner St.-Marien-Hospital seien Ärzte und Pflegepersonal auf die Behandlung von Corona-Patienten bestens vorbereitet, sagte Klinik-Geschäftsführer Axel Weinand Freitag auf Anfrage unserer Redaktion.

Schulverbot unter der Lupe

Zu dem von Montag (16.3.) an landesweit geltenden Schulverbot und etwaigen Auswirkungen auf den Dienstablauf im Marien-Hospital machte Weinand keine Angaben. „Dazu ist es noch zu früh, dazu werden wir uns Montagnachmittag dezidiert äußern, nachdem wir die Informationen des Ministeriums sortiert und die Lage analysiert haben.“

Im Raum steht unter anderem die Frage, wie der potenzielle Ausfall von Pflegekräften und Ärzten, die sich wegen des Schulverbots um ihre Kinder kümmern müssen, aufgefangen werden kann.

Bei der Stadt Lünen gab es am Freitag indes keine Neuigkeiten zum Thema Corona und Veranstaltungen. Eine komplette Absage aller städtischen Veranstaltungen gibt es noch nicht. Die Lage werde am Montag neu bewertet, hieß es aus der Stadt-Pressestelle.

Das Lippe Bad bleibt noch über das Wochenende geöffnet, wird aber von Montag (16.3.) an bis auf Weiteres geschlossen. „Unsere Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen haben wir selbstverständlich verstärkt und führen eine zusätzliche Wischdesinfektion von Handgriffen und Türklinken durch“, sagte Stadtwerke-Sprecherin Jasmin Teuteberg Freitag.

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